Mutiges Erscheinungsbild: Ein offener Rahmen für die Staatsgalerie Stuttgart

KMS entwickelte neuen strategischen Ansatz fürs Corporate Design für eines der bedeutendsten Museen Deutschlands. PAGE befragte dazu Robert Meinolf Börsting (Design Director KMS TEAM).



Staatsgalerie Stuttgart

 

Wie gibt man Kunstwerken aus 850 Jahren einen Rahmen? Wie kann sich ein Museum als Marke etablieren? Die Designagentur KMS Team hat sich für das neue Erscheinungsbild der Staatsgalerie Stuttgart des Motivs der Klammer bedient, um einen offenen Rahmen zu kreieren.

Kompakt, offen, farbenfroh, flexibel – die Designer setzten auf einen neuen strategischen Ansatz inklusive inhaltlicher und gestalterischer Neuerungen. Hält man die Hände mit ausgestrecktem Daumen und Zeigefinger so, dass ein offenes Rechteck entsteht, kann man etwas damit einrahmen. Je mehr oder weniger man die Hände in dieser Position voneinander entfernt, desto kleiner oder eben größer wird die Klammer. Dieses einheitliche Element steht im Fokus der neuen Corporate Identity der Staatsgalerie Stuttgart. Das stellvertretende Motiv für Fokus und Vielfalt.

Die kleinste Variation – man stelle sich vor, dass die Rahmen bildenden Finger sich fast berühren – ergeben das Bildzeichen für den Buchstaben »S«. Dieser besteht mal aus gestrichelten Linien, mal aus einer Schraffur, mal aus Punkten, bunten Flächen oder auch aus Tetris-Formen.

»Das neue Logo ist der Grundbaustein für eine ganze visuelle Sprache«

PAGE fragte, was es genau mit der Klammer und der Idee dahinter auf sich hat. Design Director Robert Börsting, KMS Team kommentiert:

»Mit der Klammer vereinen wir zwei Ideen. Zum einen steht sie sinnbildlich für die umfangreiche und vielfältige Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart. Zum anderen beschreiben die beiden Elemente den Buchstaben »S« als Initiale der Staatsgalerie. Uns ist es allerdings ganz wichtig hervorzuheben, dass das neue Logo nicht singulär zu betrachten ist, sondern dass es der Grundbaustein für eine ganze visuelle Sprache ist. Diese Sprache ist geprägt von einer zum Logo selbstähnlichen grafischen Welt, deren Strenge in der runden und spielerisch eingesetzten Schrift und in ihrem kraftvollen Farbspiel Kontrastierung findet. Das Zusammenspiel aller Elemente macht unser Erscheinungsbild so einprägsam und spannend.«

Interessant, dass die Kreativen von KMS Team in dieses Projekt ihre Erfahrungen mit Kunden aus Wirtschaft und Industrie einbringen konnten.

»Die Staatsgalerie hat davon profitiert, dass wir ein sehr systematisches Design mit hoher Wiedererkennbarkeit in ein offenes und spielerisches Gesamtbild überführt haben. Die Gestaltung muss allen Anwendern Freude bereiten und Freiräume lassen, ohne dann gleich ganz anders auszusehen. So erzeugen wir eine enorme Durchgängigkeit im Design. Das sind Erfahrungswerte, die wir mit Kunden aus Wirtschaft und Industrie gesammelt haben.«

so Robert Börsting weiter.

Das Museum stellte das neue Corporate Design bereits mit Beginn der Sonderausstellung »Giorgio de Chirico« am 18. März 2016  vor. Im Mai startet eine Imagekampagne, die sich sprachlich mit dem Thema Rahmen auseinandersetzt. Das Wortpaar »von … bis« kommuniziert, was man in 850 Jahren Kunst alles sehen kann. Somit ist das Paar ein fester Bestandteil der Kampagne, die Worte dazwischen ändern sich: »Von Max bis Roy» oder »Von Akt bis Action«.

 

 




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