#FASHIONTECH: Wie Pullover einen durch die Stadt navigieren und Magazine sich selbst designen

Zur zweiten #FASHIONTECH Konferenz gab es ganze 3000 Anmeldungen, Top-Tipps für digitales Marketing, einen Blick in die Zukunft des E-Commerce – und reichlich abgefahrene Ideen …



FashionTech_neu

Herrscht auf der Bread&Butter Modemesse gerade ein leichter Totentanz, geht es auf der Premium hoch her. Die Besucher drängeln sich auf dem Gelände des ehemaligen Postbahnhofs – und auf der #FASHIONTECH Konferenz, die von der re:publica Anfang des Jahres ins Leben gerufen.

Ging es da um Stoff aus Bakterien, Eheringe aus dem Knochenmark des Liebsten und Tools, mit denen wir 140 Jahre alt werden, ging es diesmal um die Zukunft des E-Commerce, um Wearables und Design und Digitales Marketing und Kommunikation in heutigen Zeiten.

Die Frage, wie die Zukunft der Mode und ihre Vermarktung aussehen wird, hat einen Nerv getroffen. Man drängelte sich im vierten Stock des Kühlhauses so sehr, das zeitweilig niemand hereingelassen werden konnte. 2100 Gäste waren schließlich da, aus Seattle, Rio de Janeiro – und dem Rest der Welt.

Während Lisa Lang von ElektroCouture von der Schönheit – und den Möglichkeiten – leuchtender Accessoires und Kleidung schwärmte, blinkende Schals zeigte, die am Computer wieder aufgeladen werden, Röcke, auf denen der Sternenhimmel funkelt, erzählte Martina Pickhardt von Microsoft von Pullovern, deren eingearbeitete Technik sich beim Bewegen des Arms wieder auflädt, von Implantaten, die entwickelt werden, damit sie, ins menschliche Hirn eingepflanzt, per Gedanken Devices steuern und zeichnete nicht immer eine schöne neue Welt.

Auch Kleidung, die gerade in den USA entwickelt wird und je nach Stimmung des Tragenden ihre Farbe wechselt, ist nicht nur erstrebenswert. Möchte man, dass jeder sehen kann wie es in einem aussieht? Und was ist wenn die Daten der Mood-Swings dann auch noch irgendwo gespeichert werden bzw. übertragen?

Man muss in jedem Fall die Kontrolle über seine Daten behalten

forderte Lisa Lang immer wieder, es ginge nicht, dass ein Diabetiker im Supermarkt eine Tüte Chips kaufe, das automatisch von einem Device gescannt werde und er dann seine Krankenversicherung verliere.

Und während Katharina Bredies vom UDK Design Research Lab, das von Geesche Joost geleitet wird, Stoffe zeigte, die Musik abspielen können und Pullover, die ein Navigationssystem zum anziehen sind, einen mit sanften Vibrationen durch die Stadt leiten, zeigte Formlabs wie man mit ihrem handlichen High Resolution 3D Printer feinsten Schmuck drucken kann und so die Industrie verändern.

Um knallhartes Verkaufen in digitalen Zeiten ging es dann bei Stefan Edl, der bei Facebook und Instagram für erfolgreiches Marketing sorgt – und zahlreiche Dinge klarstellte.

Mobile is not a technology, it’s a consumer behaviour

stellte er fest und belegte, dass 70% der Kunden der Kaufhauskette Walmart in den USA bereits mobil shoppen und auch Amazon, ebay oder Apple längst ihren größten Traffic mobil haben, dass Apps wie Wish oder Shpack enorm wachsen – und es deshalb gilt, den kleinen Screen optimal zu nutzen.

Seine Lösung:

Das Angebot muss persönlicher werden!

Nicht die Suche, sondern das Entdecken muss im Mittelpunkt stehen, dass es nicht mehr um Keywords geht, sondern um Verlangen, das man am besten auch durch präzises Storytelling schürt – am besten auch in Form von Videos.

Videokampagnen sind die aufgehenden Sterne im Marketinghimmel

Alleine auf Facebook werden täglich vier Milliarden Videos geschaut … Carousel Formate werden immer wichtiger. Denn schließlich zählt nicht, wie viele Fans man auf Facebook hat, sondern wie diese reagieren.

Eine ganz eigene Art, wie man Storytelling in Zeiten von Algorithmen praktizieren kann, hat die Plattform Styla, die Brand Magazines entwickelt.

Entlassen Sie Ihren Editorial Designer

schlug deshalb Philipp Rogge vor, denn ohne Photoshop, InDesign oder irgendwelche anderen Fähigkeiten kann man mit Styla eine Magazine Shopping Experience generieren, die mit einer intelligenten Software, die darüber hinaus anhand des Verhaltens der Kunden automatisch highlighted, was für ihn wichtig ist und was ihn interessiert …

Die Visual Commerce Platform Olapic hingegen setzt ganz auf die Macht der Bilder. Da wir mittlerweile eine Aufmerksamkeitsspanne von 8,25 Sekunden haben, die kürzer als die eines Goldfischs mit 9 Sekunden ist, wie Andreas Rieger erklärte, nutzen sie User Generated Content um Marken zu präsentieren – und authentischer wirken zu lassen. Schließlich vertrauen 63% Befragter Consumer Fotos mehr als Marken-Fotografie und geben 32% von Online-Kunden ihre Einkäufe wieder zurück, weil sie nicht wie auf dem Bild aussahen.

So werden unter anderem Bilder von Kunden genutzt, die in bereits Gekauftem posieren und ein Socialized Shopping zelebriert, das den heutigen Selfie-Narzissmus nutzt, auf Social Capital setzt – und damit ziemlich erfolgreich ist.

 




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