Editorial Design: Missy Magazine Relaunch

Mit Ausgabe 2/14 erscheint das »Missy Magazine« im neuen Look. Wir sprachen mit Art Direktorin Daniela Burger über den Relaunch.



Ins Auge fallen bei dem neu gestalteten Heft besonders die neuen Schriften, mehr Weißraum und das flächenfüllende Titelfoto. Zudem ist das »Missy Magazine« bunter geworden: Einzelne Strecken sind kompellt auf farbigen Seiten gedruckt. Art Direktorin Daniela Burger (www.buerodb.de) stemmte den Relaunch gemeinsam mit Steffi Rau und erzählt im Interview, was sich warum ändert. In unserer Bildergalerie bekommen Sie einen Einblick ins aktuelle Heft.

Den letzten Relaunch hast du vor 4 Jahren gemacht. Warum war es jetzt an der Zeit, wieder etwas zu verändern?

Ich wollte auf jeden Fall einen Relaunch machen, bevor die Optik mir und den LeserInnen langweilig wird. Vier Jahre finde ich aber eigentlich eine lange Zeitspanne für ein Zeitschriftenlayout. In den letzten Jahren hat sich Missy stark weiterentwickelt – Anfang des Jahres haben wir fünfjähriges Bestehen gefeiert – und die Gestaltung von Zeitschriften verändert sich ja auch mit dem Inhalt und damit beständig. Da Missy eine überwiegend junge Zielgruppe anspricht, soll das Layout modern sein und so fand ich es an der Zeit, Missy einer optischen Überarbeitung zu unterziehen.

Was ist neu, was ist geblieben – und warum? Was war euch/dir besonders wichtig?

Eigentlich ist das meiste neu – geblieben ist nur das Format, der Satzspiegel und die Fliesstextschrift. Diese drei grundlegenden Elemente funktionieren sehr gut und ich mag es gern, diese Faktoren als Basis zu belassen, auf dem etwas Neues aufgebaut wird.

Besonders wichtig war mir mehr Weissraum und Ruhe im Layout, vor allem aber mehr Einheitlichkeit im Heftverlauf. Ich wollte einen erkennbaren roten Faden, der sich durchzieht und der eine Klammer über die vielen Rubriken und unterschiedlichen Formate legt.

Zur Strukturierung des Hefts sollen weiter die farbig hinterlegten Seiten beitragen. Grundsätzlich wird das Schwerpunktthema des Heftes immer mit einer Farbe unterlegt, gelbe »Trenner-Seiten« kündigen einen neuen Heftteil an. Und im hinteren Teil des Hefts ist der »Edutainment-Teil«, der die Reviews zu Platten, Filmen und Büchern enthält, durch einen Farbverlauf von hellem zu dunklem Blaugrün abgehoben.

Das helle Gelb fungiert ausserdem als eine Art CI-Farbe, es taucht immer dann auf, wenn es um Missy im Allgemeinen geht.

Am Umgang mit Bildern, an Bildsprache und Illustrationen hat sich nicht viel geändert – ich habe bei der Überarbeitung meinen Fokus auf Typo und Layout gelegt. Wichtig war mir dabei noch die Wahl einer neuen Schrift, die sowohl als Headline- wie auch als Auszeichnungsschrift funktioniert. Ich habe nach einer modernen und leichten Serifenlosen gesucht, die aber auch kleine eigenwillige Kanten hat – das habe ich in der »Agipo« von Radim Peško gefunden.

Ihr habt das Cover leicht verändert. Gab es auch Überlegungen, das Logo anzufassen?

Das Logo hatte ich beim ersten Relaunch vor vier Jahren überarbeitet und später noch etwas modifiziert (das Wort »Missy« ist nun genau so breit wie das Wort »Magazine«). Ich finde das Logo noch immer passend und will es auch ungern zu oft überarbeiten.

Inwiefern kommt Missy’s Mission in der Gestaltung zum Ausdruck?

Es geht mir bei Missy immer darum, ab von weiblichen Klischees zu navigieren, aber ein Heft zu produzieren, das Frauen anspricht, etwas Leichtes hat und elegant und zeitgemäß wirkt. Das heißt, dass ich nicht absichtlich oder trotzig in die andere Richtung gesteuert habe, also ein besonders unweibliches oder besonders eckiges und kantiges Layout herstellen wollte.

Sichtbar soll in erster Linie sein, dass es sich um eine Zeitschrift über Kultur und Politik handelt – es geht ja inhaltlich darum, tolle Frauen und das, was sie an Kunst, Politik oder sonstigem produzieren, vorzustellen. Deshalb liegt der Fokus auf den popfeministischen Inhalten und nicht auf weiblichen Zuschreibungen.

Grundsätzlich soll die Missy eigen aussehen und einen speziellen, unverwechselbaren Look haben, weil sie eben auch genau das ist: besonders und eigenständig.


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