Gamification – The Next Level

Ab sofort im Handel: PAGE 10.2013



Editorial: Game Changer

Lego gilt vielen als Inbegriff des Kinderspielzeugs. Doch Lego ist mehr. Selbst Karl Lagerfeld verbaute die Stei­ne bereits und schmuggelte knallfarbene Lego-Clutches in ein Chanel-Defilee. Und auch wenn die Form der Tasche in der Tradition der amerikanischen Bakelit-Abendtaschen des Art déco steht, sie weckte auf der Stelle Erinnerungen an die globigen Bauklötze der Duplo-Serie, mit der wohl jede Lego-Leidenschaft ihren Anfang nimmt. Die Fashion-Blogs überschlu­gen sich vor Begeisterung.

Infantilisierung hin oder her, das Indianerkostüm aus unserer Kindheit haben wir an den Nagel gehängt, unseren Spieltrieb nicht. Und genau darum leben wir ihn auch immer wieder aus. Wir transferieren spielerische Elemente in andere Kontexte. In die Mode, in Websites, in Kampagnen oder Services. Doch die sogenannte Gamification geht weit über die reine Unterhaltung hinaus. Sie hilft, Marken und Unternehmen die Kundenpartizipation zu erhöhen, Wissen zu vermitteln und Verhalten zu verändern.

Bleiben wir also bei Lego: Die bunten Bauklötze begeistern nicht nur Jung und Alt, Manager nutzen Lego Serious Play (LSP) fürs Business Modelling. Aus gutem Grund: LSP ist eine Methode, die die Vorzüge des Spielens und Bauens mit Legosteinen mit den ernsten Belangen der Geschäftswelt verbindet. Die LSP-Kits enthalten eine umfangreiche Auswahl von Bauelementen, mit deren Hilfe die Teilneh­mer Modelle und Metaphern für ihre Sicht auf die unterschiedlichen Aspek­te ihrer Geschäftswelt entwickeln und kommunizieren können. Auch wir nut­zen diese Methode in unserem Workshop »Creative Business Modelling. Das Toolkit für Service und Business Design«, den wir gemeinsam mit der Good School veranstalten (Seite 75). Bei LSP kommt nämlich zum Tragen, dass Denkprozesse in Verbindung mit körperlicher Bewegung und Erfahrung zu einem tieferen und länger anhalten­den Verständnis der Umgebung und ihrer Möglichkeiten führen.

»Fun is just another word for learning«, lautet denn auch ein gern zitier­ter Satz von Gamedesigner Raph Kos­ter. Doch die pure Anwendung von Spieldesignprinzipien ist noch lange kein Erfolgsgarant. Um Kunden, User oder Mitarbeiter auf spielerische Art für eine Idee, ein Produkt oder eine Marke zu begeistern und sie zu Engagement zu motivieren, bedarf es mehr. Eine langfristige Bindung erfordert Con­tent und eine Antwort auf die Frage: Was habe ich davon? Gamification – The Next Level, siehe Seite 24 ff.

Gabriele Günder,
Chefredakteurin/Publisher

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