Corporate Design für Hamburger Kaffeerösterei

Die kleine Kaffeerösterei Torrefaktum hat einen neuen Auftritt – neues Logo-Design, neues Packaging, neue Kaffeesorten, neue Inneneinrichtung. Wir sprachen mit der Designerin, die dahinter steckt.



 


Die Kaffeerösterei Torrefaktum im Hamburger Stadtteil Ottensen war von Anfang an etwas Besonderes. Nicht nur, dass seit ihrer Eröffnung im Jahr 2009 Gäste dort guten Kaffee kaufen und trinken konnten; Torrefaktum startete als Integrationsprojekt, bei dem Menschen mit Behinderung den Großteil der Mitarbeiter ausmachten. Das funktionierte einwandfrei, der Laden lief prächtig. Dennoch war es 2013 Zeit für eine Veränderung – das Angebot sollte breiter werden, die Einrichtung gemütlicher und Torrefaktum sollte einen neuen Look bekommen. Der Kaffeeröstmeister Matthias Afken, der seit 2010 in der Rösterei arbeitete, übernahm das Unternehmen und holte sich die Grafikdesignerin Dörte Benzner und ihren Mann Patrick Benzner mit ins Boot.

Die beiden sind Kaffeeliebhaber – doch das Kaffee-Business war neu für sie. »Eigentlich hatte ich überlegt, ein Geschäft für Interior Design zu eröffnen«, sagt Dörte Benzer, »doch als unser Freund Matthias uns von seinen Plänen für seine Kaffeerösterei erzählte, überlegten wir nicht lange und stiegen mit ein.« Beim Redesign des Ladens hatte die Grafikdesignerin freie Hand – und Unmengen von Ideen.

Zunächst entwickelte sie ein neues Logo für Torrefaktum: die Bildmarke besteht aus stilisierten Blättern zusammen mit schwarzen und roten Punkten, die rohe und geröstete Kaffeebohnen symbolisieren sollen. Für die Textmarkte nutzte die Designerin den Freefont Hammersmith, den sie individuell abwandelte. Zudem entwarf sie verschiedene Icons für das Corporate Design, die Elemente aus dem Café aufgreifen: Kaffeemühle, -Filter, Espressokocher und andere Kaffee-Utensilien. Darüber hinaus gestaltete sie neue Kaffeeverpackungen aus Naturmaterialien, die vollständig recyclebar sind, papierne Kaffeebecher, Tragetaschen, Trockentücher, die im Siebdruck mit stilisierten Blättern verziert wurden, Postkarten, Jutebeutel und sogar »Merchandise« wie Buttons und T-Shirts. »Die Ideen für die weiteren Produkte stammen von meinem Mann«, sagt Dörte Benzer, »er ist Musikproduzent und ein absoluter Merchandising-Fan.« Für die Texte auf der Geschäftsausstattung nutzte die Designerin den Freefont KanKin vom Type Designer MRfrukta.

Alle Produkte sind nicht nur umweltfreundlich – Bio-Materialien spielen eine wichtige Rolle für Torrefaktum – sondern auch lokal verarbeitet. Den Siebdruck übernahm zum Beispiel »Bäng Siebdruck«, eine Werkstatt, die nur wenige Straßen von der Kaffeerösterei entfernt liegt.

Auch das neue Interior Design verantwortete Dörte Benzer. Entstanden ist eine stimmige Mischung aus skandinavischem Stil, Naturholz, Flohmarktfundstücken und Selbstgemachtem. Eine 70er-Jahre-Lampe findet sich ebenso wie eine Discokugel, Möbel aus Bauholz, umgestaltete Ikea-Stücke und eine Birke, die Dörte Benzer vergangenen Herbst während eines starken Orkans in Hamburg gefunden hat.

Mit dem neuen Torrefaktum hat das Team viel vor: Es soll Kaffeekurse geben und Tafeln mit Erklärungen und Infografiken dazu, wie aus rohen Kaffeebohnen Kaffee wird. Schon jetzt kann man dabei zuschauen, wie geröstet, gemahlen und verpackt wird. »Wir möchten, dass Torrefaktum ein Ort wird, an den Besucher nicht nur zum Essen oder Trinken kommen, sondern an dem sie ganz nebenbei auch etwas über Kaffee und seine Zubereitung lernen«, sagt die Designerin.

Die folgende Galerie vermittelt einen Eindruck von der umfangreichen, handgemachten Corporate Identity.




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