Beste Propaganda von Chezweitz Berlin

Chezweitz, Berliner Büro für museale und urbane Szenografie, hat das Erscheinungsbild für die Ausstellung »Krieg und Propaganda« im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe gestaltet.



100 Jahre Erster Weltkrieg ist eines der großen Themen dieses Jahres. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg widmet sich in einer der großen Ausstellungen des Hauses dessen Kriegspropaganda – und das Berliner Büro Chezweitz hat die Szenografie der Schau entwickelt – und auch die Corporate Identity.

Dabei konzentrieren sich Ausstellung, Erscheinungsbild und Szenografie auf das Phänomen der Kriegspropaganda des Ersten Weltkriegs, die in Ausmaß und Vehemenz so erstmals auftrat und als erstes massenmediales Ereignis der Moderne gilt. Und für die Länge des Krieges, von dem im August 1914 niemand ahnte, dass er vier Jahre dauern würde, ebenso verantwortlich ist wie für die grauenhafte Bilanz von mehr als 17 Millionen Opfern.

Wie die Propaganda auf indoktrinierende Botschaften setzte und mit plakativen Aussprüchen arbeitete, bringt Chezweitz bereits im Erscheinungsbild der Schau auf den Punkt, stilisiert und in verschiedenen Farben, die zugleich antiquiert und modern sind. Sie finden sich auch auf den Einladungskarten der Ausstellung, die am 20. Juni eröffnet wieder, auf dem Flyer und dem Katalog.

In der Szenografie der Schau präsentiert Chezweitz die historischen Plakate auf Wänden, die in kräftigen Rottönen gehalten sind und die so die ungeheuere Wirkkraft der Propaganda unterstreichen und lassen die Aussagen über Sichtachsen in den Dialog treten.

Darüber hinaus thematisieren sie die »Heimatfront«, die ein besonderes Augenmerk der Propaganda war, lassen die Schrecken des Kriegsschauplatzes akustisch und visuell in einer Filmlandschaft lebendig werden und fügen der Dramaturgie durch Gegenstände und Erinnerungen von Hamburger Bürgern persönliche Erinnerungen hinzu.

Interessant auch, dass während der Ausstellung immer wieder Performances statt finden, die sich um den »Four Minute Man« drehen, zu dem in den USA im Laufe des Krieges mehr als 75.000 Amerikaner vom Staat ausgebildet wurden und vor Kinos, Theatern und an anderen belebten Orten in flammenden Reden für den Krieg und Kriegsanleihen warben – unter ihnen auch Charlie Chaplin.

Krieg und Propaganda 14/18, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 20.6. – 2.11.2014

Weitere Projekte von Chezweitz: Fotos berühren, Radikale Modernität  




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