Alles neu bei Globetrotter – so ein radikales Redesign hat man selten gesehen

Nicht nur, dass Globetrotter erstmals eine Bildmarke erhält, auch Wortmarke, Typo und Farbwelt sind nicht mehr wiederzuerkennen …



Globetrotter-Corporate-Design-Manual-2016-05-b

Tschüß, organgefarbene Wortmarke: Globetrotter hat ein komplett überarbeitetes Brand Manual veröffentlicht. Das vorige Logo wurde komplett über Bord geworfen und machte einer Wort-Bild-Marke Platz, die tatsächlich keinen Bezug zum alten Branding aufweist. Für Konzept und Umsetzung des neuen Designs zeichnet Kommunikationsagentur Donkey aus Hamburg verantwortlich.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt? In mancherlei Hinsicht mag dieser Satz stimmen. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich vor über zwölf Jahren die Globetrotter-Filiale in Hamburg Barmbek betrat, um einen richtig guten Trekking-Rucksack zu kaufen. Allein der Besuch des Ladens war schon ein kleines Erlebnis, wofür Globetrotter bekannt war beziehungsweise es noch ist. Auch wenn sich das Unternehmen nicht gerade in rosigen Zeiten befindet, so las man im Oktober 2014 auf ZEIT Online, findet es im Bewusstsein von Outdoor-Fans trotzdem heute auch noch statt.

So wagte Globetrotter jetzt einen großen Schritt in eine moderne Richtung, oder besser gesagt auf zu »neuen Horizonten«, welches der aktuelle Slogan ist. Nicht nur wurde der alte Slogan »Träume Leben« durch diesen ersetzt, auch die Wortmarke erhielt einen modernen Anstrich. Und über das streiten sich die Gemüter.

Auf den ersten Blick sehr verständlich, so weist das neue Erscheinungsbild keinen Bezug zum traditionsbehafteten Schriftzug aus den 1980er Jahren auf, weder farblich noch typografisch (Abbildung siehe unten).

Aber warum nicht mal etwas wagen? Zwar hätte ein bisschen mehr Kohärenz hinsichtlich des Webdesigns von Globetrotter nicht geschadet, umso mehr überzeugt jedoch die Bildmarke, die im Rahmen des Relaunches von der Kommunikationsagentur Donkey entworfen wurde.

Das illustrierte Brand Icon ist in zwei Parts unterteilt, auf der oberen Seite sieht man Berge, auf der unteren Seite einen Weg beziehungsweise einen Fluss. Dazwischen prangt eine Lücke, die passend zum Slogan »Neue Horizonte« ein Sinnbild für die Reichweite der Natur darstellen soll.

In Kombination mit der Wortmarke, der Bildwelt, die im Corporate Design Manual ebenso detailliert vorgestellt wird, und der typografischen Elemente fügt sich das Signet gut ein. Abgesehen von kleineren Abstrichen in der Lesbarkeit der Schrift-Setzung ist die Idee mit den horizontalen Strichen, Wellen oder Zickzack-Formen erfrischend und modern. Der Font »Avenir« ist die Hausschrift, wird in den Headlines immer in Versalien und im Blocksatz eingesetzt, wirkt somit recht brachial, erweist sich aber als Eyecatcher.

Die Bildmarke vermittelt mir irgendwie genau das, was ich damals dachte, als ich die Filiale in Hamburg Barmbek betrat: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Also hat Globetrotter mit seinem Relaunch meiner Meinung nach alles richtig gemacht. Über die Radikalität und das nicht ganz stimmige Webdesign-Konzept kann man sich streiten. Aber alleine schon, um sich wieder ins Gespräch zu bringen, war das ein angemessener Schritt in eine neue Richtung.

 

 

Altes Logodesign:

 

 

Altes Logo von Globetrotter

 

 

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3 Kommentare


  1. Olaf

    Am schlimmsten ist für mich, das man mit Tablets und grösseren Handys keine Desktopversion mehr aufrufen kann. Das ist laut Auskunft einer Globi-Entscheiderin offenbar auch bewusst und gewollt.

    Der Kunde wird so imho entmündigt, das kommt bei vielen Leuten gar nicht gut an.


  2. R punkt

    Schließe mich meinem Vorredner an. Der absolute Horror ist jedoch der gezwungene Blocksatz bei den Slogans – Wellen hin und Striche her – das ist keine gute Typografie.
    Schade auch, daß man sich von dem Orange verabschiedet hat, das strahlte so etwas von Freude und Aufbruch aus, das neue „Altrosa“ ist für mein Gefühl etwas leblos und „konservativ“.


  3. Vane

    Vielleicht bin ich da auch zu verschlossen, aber ich habe das Gefühl, dass immer mehr Designs in eine Richtung gehen, die absolut nichts mehr mit Funktionalität zu tun haben.


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