Abendessen aus der Waschmaschine

So kühn wie effektiv – und toll gestaltet: Der israelische Designstudent Iftach Gazit hat die Sous La Vide Bags entwickelt, mit denen man seine Mahlzeiten in der Waschmaschine kocht.



Sous-Vide, Vakuumgaren, nennt man eine Methode, in der Lebensmittel bei 58°C und in einer verschlossenen Tüte ganz langsam und schonend gegart werden, saftig bleiben und inhaltsstoffreich.

Diese Methode machte sich Iftach Gazit zu eigen, als er in seinem Industriedesign-Kurs an der Bezalel Academy of Arts and Design Sous La Vie entwarf.

Das sind verschiedene Mahlzeiten, die in einer wasserfesten und komplett abgeschlossenen Tüte aus Tyvek, einem Polyethylen-Vliesstoff von extrem hoher Dichte, in der Waschmaschine gegart werden.

Verhindert die Verpackung mit ihrer zusätzlichen inneren Plastikschicht, dass Seifenwasser in das Essen dringt, sorgt der lange Waschgang für eine schonende, gleichmäßige Garung.

Kocht man Gemüse am besten mit dem Gang für Baumwollwäsche und natürlich der dreckigen Wäsche dazu, gart Fleisch am besten im langanhaltendem Synthetik-Programm.

So toll wie die Idee sind auch die Verpackungen, die mit feinen Illustrationen der enthaltenen Gerichte bedruckt sind und mit Inhaltsangaben und Kochanleitungen versehen, die wie auf einem eingenähten Waschzettel, wie man ihn in Kleidung findet, bedruckt sind – samt Piktogrammen für Kochen, Schleudern, nicht Bügeln etc.

Seine Sous La Vie Mahlzeiten sind aber keineswegs nur für Köche gedacht, die wenig Zeit haben und – ganz umweltschonend Waschgang mit Kochen verbinden – sondern gerade auch für Obdachlose.

Haben diese nie Zugang zu einem Herd, suchen sie jedoch oft Schutz in Waschsalons, die zudem meist 24 Stunden geöffnet sind. Dort können sie selbst einen Waschgang starten oder jemanden fragen, ob er ihre Mahlzeit mitwäscht.


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