Ralf Schmerberg: augenscHmERZ

20.02.2014 - 29.03.2014

pavlov's dog, Berlin
Ausstellung
www.pavlovsdog.org

 
Als Ralf Schmerberg vor zwanzig Jahren mit dem Filmemachen begann, entschloss er sich gleichzeitig, keine Auftragsfotografie mehr zu betreiben, denn wo ein Auftrag ist, so sagt er, da ist Geld, und wo Geld ist, da sind auch Erwartungen, denen sich die Bilder schließlich anpassen müssen.



Als Ralf Schmerberg vor zwanzig Jahren mit dem Filmemachen begann, entschloss er sich gleichzeitig, keine Auftragsfotografie mehr zu betreiben, denn wo ein Auftrag ist, so sagt er, da ist Geld, und wo Geld ist, da sind auch Erwartungen, denen sich die Bilder schließlich anpassen müssen. Stattdessen benützt er die Fotografie seit dieser befreienden Entscheidung als ein ganz persönliches Medium, eine Art Tagebuch, in dem er festhält, was ihm auf seinen Reisen und Spaziergängen begegnet. Unbeeinflusst von fremden oder auch eigenen Erwartungen, ohne ein Seriendenken oder einen Anspruch auf ästhetische Exklusivität im Hinterkopf, folgt er dem einfachen Impuls, Dinge, die ihn emotional bewegen, fotografisch festzuhalten.

Auf diese Weise wuchs über die Jahre ein gigantisches Bilderarchiv heran, aus dem heraus Schmerberg nun für pavlov’s dog die Ausstellung „augenscHmerz“ arrangiert hat. Auf zwei gegenüberliegenden Wänden versammelt er Fotografien, die symbolisch die Licht- und die Schattenseiten der Welt, die freudig-hoffnungsvolle und die nächtlich-depressive Seite unserer Emotionen repräsentieren. Dabei zeigt sich aber auch, wie sehr diese vordergründig entgegengesetzten Dimensionen einander in Wahrheit bedingen und wechselseitig durchdringen. Gerade in der modernen westlichen Gesellschaft, die die negativen Dinge und Gefühle so gerne unterdrückt, wo Optimismus und gute Laune zur Grundausstattung des leistungsorientierten Subjekts gehören, muss diese Einsicht wieder in Erinnerung gebracht werden. Wie im Ausstellungstitel typografisch angedeutet: Es gibt keinen Schmerz ohne Herz, kein Licht ohne Finsternis, keine Angst ohne Hoffnung, und umgekehrt.


(Andreas Wolf)





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