Wenn die Aufgaben in der Agentur ungerecht verteilt sind

In einer selbst gegründeten Agentur arbeiten drei Freunde. Eine Person ist sehr unzufrieden, möchte aber die Freundschaft nicht aufs Spiel setzen. Christian Büning weiß Rat …



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Nancy, 31: Hallo, vor zwei Jahren haben zwei Freundinnen 
und ich direkt nach dem Studium eine Agentur eröffnet. 
Ich habe nun ein Problem. Bisher haben wir immer gut zusammengearbeitet und bekamen tolle Resonanzen, 
aber seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, dass ich immer diejenige bin, die alles macht. So wollte ich nie arbeiten 
und ich würde am liebsten alles hinwerfen. Ich möchte meine Freundinnen nicht verlieren, aber auch nicht 
die ganze Arbeit alleine machen. Was kann ich tun?

Christian Büning:
Liebe Nancy, Sie können eine ganze Menge tun. Zuallererst sollten Sie dringend mit Ihren Freundinnen reden. Vielleicht ahnen sie nicht einmal, dass Sie unzufrieden sind. Vielleicht geht es Ihren Freundin­nen sogar ähnlich und sie sind dankbar, dass das Thema zur Sprache kommt. Ihre Unzufriedenheit weist in meinen Augen noch auf ein anderes Problem hin, das Sie auch gleich in die Hand nehmen können: Sie haben die Aufgabenteilung in Ihrem Büro nicht sauber definiert. Bei der Gründung eines Büros mit drei gleichartigen Partnern ist es essenziell wichtig, drei Dinge eindeutig zu regeln:

Wer übernimmt welche Aufgaben? Wie werden Entscheidungen gefällt? Wie gehen wir wieder auseinander?

Wenn alle die Designarbeiten übernehmen wollen, können Sie sich die administrativen Aufgaben wie Akquise, Archiv und Steuern aufteilen. Wenn Sie klar definieren, wer von Ihnen bei welchem Projekt das letzte Wort hat, werden Projekt- nicht zu Unternehmensentscheidungen.

Wenn Sie dann noch Spielregeln haben, wie Sie Ihr Unternehmen im Zweifel geordnet ver­lassen können, steht nicht bei jedem kleineren Konflikt Ihre Freundschaft auf dem Spiel.

Mein Tipp: Pflegen Sie Ihr Unternehmen wie einen Garten. Tun Sie dies gemeinsam und räumen Sie sich dafür feste Zeiten ein. Sie können zum Beispiel an jedem ersten Freitag im Monat eine halbe Stunde vereinbaren, in der Sie sich über Ihre Arbeit und Ihre Sicht der Dinge austauschen. Sie haben dadurch ein festes Forum, um Änderungswünsche und Kritik vorzubrin­gen. Das entlastet Sie und Ihre Freundinnen erheblich und ermöglicht es Ihnen gleichzeitig, die innere und äußere Ausrichtung Ihrer Agentur zu jus­tieren.

Viel Erfolg!


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Christian Büning
Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Kommunikationsdesigner/
PAGE Kolumnist »Business Basics«

info(at)bdg-designer.de
http://www.bdg-designer.de

Christian Büning ist Inhaber des Büro Büning Informationsgestalter und Gründer des Werkstoff Verlags. Er ist Autor der BDG Gründerfibel und schreibt in der PAGE monatlich für Designunternehmer. Im BDG engagiert er sich für faire Märkte und professionelle Teilnehmer, seit 2011 in der Funktion als Präsident. Er ist leidenschaftlicher Fan von schematischen Zeichnungen und kann sich oft stundenlang nicht zwischen der Unit und der Droid Sans entscheiden. Christian Büning lebt und arbeitet in Münster – mit Fahrrad, natürlich.

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