Weiterbildung – Auf geht’s!

Ab sofort im Handel: PAGE 06.2012



Editorial: Powerups

Ungefähr 10 Minuten soll die Ausbildung des für sein Lebenswerk mit dem Henri Nannen Preis ausgezeichneten Fo­­tografen Robert Lebeck gedauert haben. Nämlich genau so lange, wie er benötigte, die Gebrauchsanweisung seiner Kodak Retina durchzulesen, schreibt Claus Lutterbeck auf stern.de. Die einen nennen es Talent, die anderen die gute alte Zeit. Klar, auch Bilder malen lernt man ganz von selbst. Aber damit ist es heute bei Weitem nicht getan. Wie sonst ließe sich wohl folgende Anzeige auf Stellenmarkt-24.net erklä­ren: »Mediengestalter – ausgebildeter Schriftsetzer – sucht Putzstelle oder Gartenarbeit. Kann auch kochen, waschen, bügeln, aufräumen – nebenbei noch Ihre Bücher, Zeitschriften, Broschüren etc. gestalten, layouten, umbrechen und für CTP vorbereiten.«

Nach der Ausbildung ist vor der Aus­bildung. Kaum ein Tätigkeitsfeld ändert sich so rasant wie das der Kommunikations-, Design- und Medienberufe. Stichwort »Responsive Webdesign«, um nur ein Beispiel zu nennen: Heute geht es für den Gestalter nicht mehr darum pixelgenaue Layouts in Photoshop aufzubauen, es gilt, die visuelle Wirkung für eine Vielzahl von Screens von vornherein im Blick zu haben. Die Gestaltungsprozesse ändern sich, die alten Kategorisierungen lösen sich auf, neue Disziplinen entstehen. Nicht von ungefähr werden denn auch neue Stu­diengänge und Zusatzkurse ins Leben gerufen, Innovationslabore eröffnet, Weiterbildungszentren gegründet und der Dialog mit fachfremden Experten sowie der Wirtschaft gesucht.

Derlei Initiativen können Kenntnis­se vermitteln und Fähigkeiten trainieren, aber auch Auftakt für eine Verhaltensänderung sein. Wer die Karriereleiter vom Praktikanten über den Artdirektor zum Chef der eigenen Agentur erklommen hat, weiß genau, wie wichtig Soft Skills sind. Denn plötzlich zählen nicht mehr nur Kreativität und Technik-Know-how, sondern vielmehr Führungsqualitäten sowie Analyse- und Kommunikationsstärke. Weiterbildung ist eben wesentlich mehr als reine Wissensvermittlung. Weiterbildung ist Em­­powerment zu mehr Selbstvertrauen und Autonomie.

Und wenn auch Sie mehr wollen und sich beruflich verändern möchten, dann nehmen Sie sich die Zeit. Lesen Sie unsere Titelgeschichte ab Seite xx und finden Sie Ihre ganz persönli­che Qualifizierungsstrategie. Auf dass Sie neben dem Entwickeln von flexib­len Gestaltungskonzepten auch noch ein Privatleben haben und sich zum Beispiel einfach mal wieder mit guten Freunden zum Kochen treffen.

Gabriele Günder,
Chefredakteurin/Publisher

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