Urheberrecht und Ideenklau – neue Studie

Eine Umfrage unter Designern, Fotografen, Entwicklern und anderen Kreativen hat die Auswirkungen von Ideenklau und die Einstellungen zum Urheberrecht untersucht.



Wie schädigend ist Ideenklau für die Kreativbranche? Und wie erleben Kreative Urheberrechtsverletzungen? Das waren die Themen einer Umfrage, die im Herbst 2013 im Auftrag der BSA | The Software Alliance durchgeführt wurde. Befragt wurden 500 Kreative aus verschiedenen Branchenbereichen wie Fotografen, Designer, Entwickler, Texter, und Ingenieure.

Die Ergebnisse: Kreative in Deutschland fühlen sich durch Ideenklau deutlich geschädigt. Nicht nur im Hinblick auf ihre eigene Arbeit, sondern die Kreativwirtschaft insgesamt.

Dabei zeigen sich jedoch Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten kreativer Berufe. Die Antworten wurden auch daraufhin untersucht, wie sich technisch Kreative wie Ingenieure oder Programmierer von künstlerisch Kreativen wie Fotografen oder Autoren unterscheiden.

Die zentralen Ergebnisse:

  • Alle Kreativen sind der Meinung, dass Urheberrechtsverletzungen der Wirtschaft und der eigenen Arbeit sehr schaden. 32 Prozent der Befragten schätzen, dass die Wirtschaft bei Wegfall der digitalen Piraterie (etwa Software-Raubkopien) um über ein Prozent (26 Mrd. Euro) wachsen würde. Beim Wegfall der physischen Produktpiraterie (etwa Fälschungen) vermuten dies sogar 51 Prozent.
  • Sie haben wenig Verständnis für Urheberrechtsverletzungen. 68 Prozent der Befragten nennen sie moralisch falsch. Das am häufigsten genannte Argument gegen Piraterie ist, dass sie Künstlern finanziell schadet. 73 Prozent vertraten diese Ansicht.
  • Sie sehen aber kein gesellschaftliches Stigma für Urheberrechtsverletzungen. Nur zehn Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sie in der Gesellschaft verpönt ist.
  • 64 Prozent der Befragten geben an, dass Urheberrechtsverletzungen ihnen persönlich schaden. 57 Prozent sagen, der Schaden sei »groß« oder »sehr groß«.
  • Kreative sind beim Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzungen überfordert und suchen die Unterstützung des Gesetzgebers. 64 Prozent der Befragten sehen ihn in der Pflicht, gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen, gefolgt von betroffenen Unternehmen (63 Prozent) und Branchenverbänden (50 Prozent).
  • Technisch Kreative sind in dieser Umfrage häufiger Angestellte (52 Prozent) und damit nur indirekt von Urheberrechtsverletzungen betroffen. Künstlerisch Kreative sind größtenteils Selbständige (59 Prozent). Sie erleben Urheberrechtsverletzungen unmittelbar. Dieser Unterschied zeigt sich in den Antworten auf die meisten Fragen.
  • Künstlerisch Kreative schätzen den Schaden für die eigene Arbeit höher ein als technisch Kreative: 60 Prozent der künstlerisch Kreativen bezeichnen ihn als »groß« oder »sehr groß« gegenüber 37 Prozent bei den technisch Kreativen.
  • Gleiches gilt für den Schaden für die Wirtschaft: 76 Prozent der künstlerisch Kreativen bezeichnen ihn als »groß« oder »sehr groß« gegenüber 65 Prozent bei den technisch Kreativen.

Georg Herrnleben, Senior Director EMEA bei der BSA, sagt zu den Ergebnissen: »In der Debatte um die Zukunft des Urheberrechts fehlt die einheitliche Stimme der Kreativen. Ihr Erfolg hängt auch davon ab, dass ihre Leistung geschützt wird.« Auch einen Ausblick gibt er: »Im nächsten Schritt wäre es wichtig zu erforschen, ob es die unterschiedlichen Karrieremodelle Selbstständigkeit oder Festanstellung sind, die die verschiedenen Erfahrungen und Ansichten erklären. Oder gibt es einen grundlegenden Unterschied in der Verwertung von künstlerischen und technischen Ideen, der erklärt, dass die künstlerisch Kreativen mehr unter Urheberrechtsverletzungen leiden?«

Zum Hintergrund der Studie:

Die BSA befragte im Herbst 2013 Kreative in Deutschland in einer offenen Online-Umfrage. Rund 500 Teilnehmer erläuterten im Rahmen dieser nicht repräsentativen Untersuchung ihre Erfahrungen, Einstellungen und Wünsche in Bezug auf das Urheberrecht im Rahmen ihrer eigenen Arbeit.

Hier finden Sie ein Whitepaper zur Umfrage.

 

 


 

 

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