TYPO 2012 – Das Finale

... von wegen! Am letzten Tag der Typo 2012 gab es spannende Projekte - und den Appell »Fuck The Crisis«.



Nachdem es auf der TYPO 2012 viel um die Rettung der Welt ging, um das Sparen von Ressourcen, der sozialen Verantwortung von Gestaltung, mal politisch, mal philosophisch oder von Statistiken unterfüttert, ging es am letzten Tag der Design-Konferenz trotz des Themas »sustain« weniger um Nachhaltigkeit, dafür gab es aber ein paar Projekte, die gestalterisch und typografisch nach-hallten.

Es zeigte Haltung, Elliot Jay Stocks, der als Popstar in Sachen Webfonts angekündigt wurde und behauptet, die Hälfte der Codes schreibe sein Hund, auf der großen Bühne zu präsentieren. Sehr dynamisch, aber eben auch sehr fachspezifisch, zeigte er die Zukunft der Webfonts und die Nutzung der Open Type Features.

Locker wurde es bei Stefan Kiefer, seit 12 Jahren Titelbild-Chef bei »Der Spiegel«, der mit Ratespielen von Spiegel-Cover-Ausschnitten begann, die Prinzipen ihrer Gestaltung zeigte, über Making-ofs und Anekdoten plauderte und schließlich ankündigte, dass sie beim Spiegel Nachwuchs suchen und, dass Interessierte sich doch anschließend melden sollten.

Wir sind sicher, dass er in der Kaffee-Pause umringt war – wie sicherlich auch Lupi Asensio und Martin Lorenz von TwoPoints.Net aus Barcelona, die sich sehr um die Nachwuchsförderung kümmern und zuvor wunderbar konzeptionelle Projekte vorstellten: ihre Buchreihe »I Love Type«, die CI eines Architekturbüros, das sie schließlich doch von Flamingo-Rot für die Gestaltung ihrer Website überzeugen konnten und für sie verschiedene Klebebänder entwarfen, um Briefpapier und andere Materialien selbst klebend zu gestalten, die das Magazin »Quaderns« immer wieder neu erfinden und schließlich appellierten »Fuck The Crisis« und dazu aufriefen, einfach immer weiterzumachen.

Und genau das macht die junge Jessica Hische so erfolgreich, dass der Versand ihrer Poster, die Hisches Mutter seit Jahren zu einem kleinen Post Office in Pennsylvania bringt, dessen Schließung verhinderte.

Mit wunderbar ungezwungenem amerikanischem Selbstbewusstsein wirbelte sie als Abschluss-Sprecherin der TYPO durch ihre Arbeit, die von Webprojekten wie »Daily Drop Cap«, für dass sie täglich ein Initial anfertigt zu erklärenden Websites wie »mom, this is how twitter works« oder »Should I Work for Free« zu »Don’t Fear The Internet« reicht. Darüber hinaus zeigte sie ihr »Surviving your Parent’s Spilt«-Spiel inklusive »Fuck your Teacher« und »Blame it on Divorce«-Karten, Cover für Barnes & Nobles und Florence & The Machine, Fonts wie Buttermilk und Buttercream – und Titel, Abspann und Fonts für das Poster für Wes Andersons »Moonrise Kingdom«, dem neuen Film des kultisch verehrten Kinoeigenbrödlers, der gerade das Festival von Cannes eröffnete.

Ein »Oh My God«- Auftrag, wie sie selbst sagt und einer von gefühlten 150 Projekten, die sie gleichmäßig laufen hat, präsentierte schließlich, einfach, weil es ihr immer so gute Laune macht ein YouTube-Video – und beendete so schwungvoll die TYPO 2012.

Eine Entdeckung, von denen man sich noch ein paar mehr gewünscht hätte und eigentlich auch ein Q&A nach den einzelnen Vorträgen, auf das, mit Verweis auf die Größe der Audience, verzichtet wurde. Aber hey, auf der re:publica war diese noch größer und da flitzte einfach jemand mit dem Mikro durch die vielen Reihen …




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