Texter zieht in Gartenhäuschen

Der Münchner Künstler Tommy Schmidt, Senior-Texter bei Plan.net, beschränkt sich auf vier Quadratmeter, um auf Wohnungsnotstand aufmerksam zu machen.



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Am 11. Mai wird Tommy Schmidt sein neues Domizil beziehen – für mindestens 14 Tage. Das vier Quadratmeter große Gartenhäuschen wird vor dem Münchner Standort von Serviceplan, Mutterunternehmen seines Arbeitgebers Plan.net, errichtet. Ausgestattet wird es mit einem Bett, einer Kommode, zwei Lampen, Strom und einer Heizung.

»In München sind Wohnungen Mangelware. Meiner Meinung nach ist es also höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie viel Wohnraum wir tatsächlich brauchen und ob wir nicht mit weniger Platz ebenso gut auskommen könnten«, sagt Schmidt. Seiner Meinung nach kann man viele Dinge, die derzeit zuhause stattfinden, externalisieren:

»Duschen kann ich im Fitnessstudio und Freunde treffe ich in der Kneipe.«

Auch eine Küche brauche er nicht, da er ohnehin kein guter Koch sei. Die gesparten Mietkosten könne er in Restaurantessen investieren. »Schlussendlich bleibt nicht mehr viel übrig, was ich tatsächlich zuhause mache. Dafür brauche ich keine große Wohnung.«

Die Aktion »Mei sweet Hoam« soll natürlich auch Diskussionen anregen. Auf der zugehörigen Facebook-Seite berichtet Schmidt über seine Erfahrungen und ruft zum Austausch über Fragen auf wie: Wie sehr können wir uns einschränken? Welche alternativen Wohnformen gibt es? Können wir mehr Wohnraum teilen?

»Mei sweet Hoam« ist nicht Schmidts erstes öffentlichkeitswirksames Projekt: 2011 quartierte er während des Oktoberfestes ein Huhn in einem Hotel an der Theresienwiese ein – unter dem  Motto »Ein Wiesn-Hotel für ein Huhn«.

Serviceplan unterstützt ihren kreativen Mitarbeiter übrigens nach Kräften und übernimmt die Kosten für das Häuschen. Außerdem kann sich Schmidt dort Tipps für seine Social-Media-Aktivitäten holen.

Eigentlich auch eine gute Idee für Hamburg, wo bezahlbarer Wohnraum ebenfalls spärlich gesäht ist. Wer meldet sich freiwillig?

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Tommy Schmidt





Ein Kommentar


  1. klaudia

    ich glaube nicht, dass dieser Test der voranschreitenden Gentrifizierung der Städte Einhalt gebietet. Dass die Mieten von Otto-Normal-Verbraucher nicht mehr aufzubringen sind, ist leider nicht neu. Aber was sagt uns der Texter-Test-Gartenhaus? Wie lernen wir, mit weniger auszukommen? Oder ich drehe es mal um, sarkastisch: Wie lernen wir, anderen Platz zu machen?


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