Social Media für Kreative

Ab sofort im Handel: PAGE 11.2015



Editorial: #pagemag

10 200 Follower auf Instagram ohne einen einzigen Post? O doch, das geht: Man lege sich ein Profil an, kommentiere Fotos fremder Instagram-Seiten, mache Screenshots davon, lasse sie per Inkjetdruck auf eine Leinwandgröße von knapp 2 Metern bringen, stelle sie aus und verlange 90 000 Dollar pro Werk. So einfach geht das. Zumindest im Fall des für seine Marlboro-Cowboy-Bilder wohlbekannten Konzeptkünstlers Richard Prince. Seine Ausstellung »New Portraits« schlug hohe Wellen. Ihm brachte sie Kritiken und Einkünfte, den beklauten Instagram-Usern Aufmerksamkeit und Chancen. So bemächtigte sich zum Beispiel SuicideGirls wiederum selbst eines ihrer Prince-Bilder, fügte einen weiteren Kommentar hinzu und brachte das neue Werk für einen Bruchteil des Galeriepreises auf den Markt. In unbegrenzter Stückzahl, versteht sich.

Urheberrechtsverletzung hin, Appropriation Art her, »New Portraits« mag ein einzigartiges, nicht verallgemeinerbares und schon gar nicht nachahmenswertes Beispiel sein. Doch es zeigt, wie originell wir soziale Netzwerke für unsere beruflichen Belange nutzen können. Und sollten. Denn wer die Social Boards noch immer als reine Pinnwand für selbstgefällige Posts versteht, einfach nur omnipräsent und hyperaktiv ist, eine Armada von Hashtags mit sich führt, bloß um möglichst viele Follower einzufangen, handelt weder effektiv noch effizient. Oder würden Sie etwa in eine Galerie gehen, an deren Tür lauter aberwitzige Reklameschilder kleben, inklusive »Gruppen willkommen«? Wohl kaum.

Wir sollten Inhalte ihrer Inhalte, Netzwerke ihrer Stärken und Follower ihrer Relevanz wegen wählen. »Qualität statt Quantität« lautet denn auch das Credo der Social-Media-versierten Designer und Developer – Digital Immigrants wie Digital Natives –, die wir nach ihren Strategien in den Social Networks fragten. In PAGE 11.2015 erläutern sie, ob und wie sie visuell orientierte Netzwerke wie Behance, Facebook, Pinterest, Instagram, Dribbble & Co oder XING und LinkedIn nutzen, um sich zielgerichtet zu vernetzen und ganz konkret etwas zu gewinnen, nämlich Aufträge und inspirierende Kontakte. Und da empfiehlt es sich dann doch, sich die ein oder andere Verhaltensweise anzueignen. Und sei’s auch nur die, den Hash tag #pagemag zu nutzen, um Tipps und Arbeiten mit der PAGE-Community zu teilen.

Gabriele Günder,
Chefredakteurin/Publisher




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