Das gehört ins Portfolio!

Ein gutes Portfolio ist ein wichtiger Türöffner, aber gar nicht so leicht zusammenzustellen. Was man unbedingt tun – und was man tunlichst lassen sollte …



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Katrin Niesen (links) beim Speed Coaching auf dem Event »Was macht ein gutes Portfolio aus?« der Hamburg Kreativ Gesellschaft im betahaus

Es ist offenbar ganz schön frustierend, was bei Design- und Werbeagenturen, aber auch bei Verlagen teilweise so als Bewerbung hereingeflattert kommt. Schlecht aufbereitet, unübersichtlich, lieblos oder handwerklich unzureichend sind viele der Portfolios. Die Hamburg Kreativ Gesellschaft hat deshalb in Zusammenarbeit mit Katrin Niesen, Executive Creative Director bei der Peter Schmidt Group in Hamburg, das kostenlose Beratunsgangebot »Unter vier Augen« ins Leben gerufen.

Insgesamt neun Experten aus unterschiedlichen Bereichen – darunter Markenentwicklung, Packaging und Editorial Design sowie Fotografie, Illustration, Game Design und Graphic Novels – stehen zur Auswahl für eine 30- bis 60-minütige Portfolioberatung. Sie stammen aus Unternehmen wie der ZEIT, Gruner + Jahr, Peter Schmidt Group, Mutabor und Carlsen Comic Verlag. Hier geht’s zur Übersicht.

 

Zu den gängigen Fehlern in Portfolios gehören:

  • Ein zu allgemeins Portfolio, das nicht auf die Agentur oder das Unternehmen abgestimmt ist.
  • Dramaturgisch uninteressanter oder unübersichtlicher Aufbau.
  • Es werden nur Endergebnisse gezeigt und keine Skizzen oder Prozesse.
  • Auf jeder Seite sollte der Name stehen.
  • Kontaktdaten werden erstaunlich oft vergessen.
  • PDF ist praktikabler als ein Online-Link.
  • Nachlässigkeit, beispielsweise in Form von Rechtschreibfehlern, allgemeinen Anschreiben oder unzureichende Aufbereitung der Arbeiten.
  • »Von allem etwas« statt klarer Fokussierung auf Stärken.

 

»Typografie, Fotografie und viele andere essenzielle Fächer werden im Studium nur noch angerissen«

 

Manchmal sitzen die  Probleme aber auch tiefer. Katrin Niesen beklagt etwa, dass auch die handwerkliche Qualität manchmal schlicht nicht reicht: »Es hapert an der Ausbildung, die aus meiner Sicht zu wenig fokussiert ist: Typografie, Fotografie und viele andere essenzielle Fächer werden im Studium nur noch angerissen. Stattdessen gibt es  Kurse wie Marketing. Das Ergebnis ist, dass Bewerbern ein eindeutiger Schwerpunkt fehlt: Sie haben nicht mehr die eine Leidenschaft, in der sie richtig gut sind. Das geht sogar soweit, dass sie notwendige Software nur noch mittelmäßig beherrschen.« Harte Kritik an Ausbildungsstätten.

 

Ein konkreter Tipp, den Niesen daraus ableitet:

»Ein Portfolio, das zwei, drei Arbeiten zeigt, hinter denen der Bewerber voll und ganz steht, überzeugt mehr als ein buntes Potpourri.«

Ein anderes Problem ist der Rückgang der Pflichtpraktika im Studium. »In der Vergangenheit haben wir viele Stellen im Junioren-Bereich mit ehemaligen Praktikanten besetzt – einfach, weil hier beide Seiten wussten, dass es passt«, erklärt Katrin Niesen. Natürlich trägt auch der Mindestlohn für Praktikanten dazu bei, dass es insgesamt weniger Stellen gibt (Pflichtpraktika sind davon ausgenommen).


»Unter vier Augen«

Auf der Website der Hamburg Kreativ Gesellschaft können sich Interessenten kostenfrei für eine Portfolioberatung bewerben und ihren Wunschexperten angeben. Das Angebot gilt für Studierende, Berufsfachschüler und Absolventen kreativer Studiengänge bis zwei Jahre nach dem Abschluss.

 




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