Portfolio des Monats: Johannes Baptista Ludwig

»Gehört werde auch der andere Teil«. Dieser Satz von Seneca ist der Leitspruch des Kölner Grafikdesigners Johannes Baptista Ludwig.



 

In seinem Studio lässt er Die Ärzte durch illustrierte Landschaften laufen, verwandelt Micky Mouse in einen morbiden »Boneytoon« und lässt Freeclimber gewaltige Felsen erklimmen und dabei die Revolution ausrufen. Er schätzt nicht nur den Mix aus Grafik- und Webdesign, Animation und Illustration, sondern auch die gesellschaftliche Relevanz seiner Arbeit.


Portfolio des Monats (PAGE 11.2014)

 

Johannes Baptista Ludwig

Ich bin Designer, weil: … ich eine großartige Abwechslung in meinem Beruf habe und eine positiven Wirkung auf meine Umgebung schätze. Mit Design und Kunst gelingt das. Es hat eine direkte Auswirkung auf uns. Ich als Designer/Künstler fühle mich wohl etwas zu schaffen, freue mich, komplexe Inhalte visuell besser erfassbar machen zu können und außerdem vermute ich ein bissl Talent in mir.
 

Design bedeutet für mich: Design hat mittlerweile einen größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft gefunden und ist zu einem bedeutendem wirtschaftlichen Faktor geworden. Es sollte Klarheit schaffen, sowohl in der Ästhetik als auch in der Funktionalität und Glaubwürdigkeit. Gute Gestaltung schafft Aufmerksamkeit und Identität, sie hilft bei der Orientierung und dem effizienten Erreichen eines bestimmten Ziels. Es bedeutet für mich persönlich auch die Umsetzung einer Leidenschaft und der Umgang mit einer großen Verantworten gegenüber der Rezipienten. Damit meinen Lebensunterhalt zu bestreiten gefällt mir sehr.



Die größte Herausforderung in meinem Job: Ich denke eine der größten Herausforderungen in meinem Beruf ist es, nach Misserfolgen am Ball zu bleiben. Sich dann erneut großen Herausforderungen zu stellen und daran zu wachsen. Außerdem renoviere und beziehe ich gerade ein größeres Studio in Köln und das ist tatsächlich herausfordernd.


Mein bestes Projekt bisher: Als einer von sechzehn ausgezeichneten Animatoren und Illustratoren, ein offizielles Musikvideo für dieärzte zu einem Song des Albums »auch« im eigenen Stil drehen zu können war gut. Aber mittlerweile habe ich über die Jahre so viele gute Projekte abgeschlossen und sie werde ja im Laufe der Zeit auch anspruchsvoller, weshalb ich ein Bestes eigentlich nicht benennen kann. Das beste Projekt kommt noch, da bin ich mir ganz sicher!



Mein aktuelles Projekt: Im Moment erstelle ich Illustrationen und Animationen für eine große Werbeagentur in Frankfurt a.M., insgesamt vier Clips handgezeichnet und durchschraffiert – aua! 



Die beste Kampagne aller Zeiten: 2009, während des Irak Krieges, wurde in den Staaten eine Antikriegskampagne in Cooperation mit peace.org, von der New Yorker Agentur Big Ant International entwickelt. Sie trug den Titel »What goes around comes around« Es handelte sich um extrem langformatige Plakate auf denen Kriegsgerät und Soldaten immer mit extrem langen Gewehrläufen, Kanonenrohren und Raketenstrahlen abgebildet waren. Diese Plakate wurden nun immer auf runde Säulen geklebt. Damit zeigten die Spitzen der Waffen in den Rücken derer, die sie bedienten. Die Kampagne wurde mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet. Einfach und direkt. Ob es die beste Kampagne aller Zeiten ist, kann ich nicht sagen, sie transportierte ihre Botschaft aber bemerkenswert gut.



Mein wichtigstes Buch: … sind für mich »The animators survival kit«, sowie »Parcours« und »Detailtypografie«

.

Meine größten Helden: … sind die kleinen, alltäglichen Helden, welche nicht in der Öffentlichkeit stehen und selbstlos für und mit anderen große, positive Veränderungen bewirken. 



Mein spannendstes Event der letzten Zeit:
 Die Ausstellung meiner Kunst in der HessischenStaatsGalerie (HSG) in Wiesbaden.


Berufsanfängern würde ich auf den Weg mitgeben: Macht keine Praktika mehr, denn die gehören zur Ausbildung und nicht zur Berufsausübung. Verkauft Euch nicht zu günstig, kennt Euren Preis und vertretet eine konkrete Position dafür. Die meisten Agenturen arbeiten schließlich auch nicht für ein Taschengeld. Good work isn´t cheap and cheap work isn´t good!

Benutzt Eure Fähigkeiten nicht nur für den Werbemarkt um noch mehr Profit zu generieren, sondern wendet sie  auf politische, soziale oder umweltpolitische Probleme an. Versucht etwas zum positiven zu verändern. Bleibt hartnäckig und setzt Euch darin ein erreichbares Ziel.




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