Portfolio des Monats: Grazyna Ostrowska-Henschel

Die Illustratorin, die in Warschau geboren wurde und seit 15 Jahren in Köln lebt, mag Zahlen und Fakten und die Welt der Tabellen und Diagramme.



Diese verwandelt sie mit satten Farben und glücklichen Wesen in Infografiken, die jenseits von grauen Balken und Tortendiagrammen liegen. In tiefes Blau getaucht, räumt sie mit »Märchen und Fakten rund ums Schlafen« auf, lässt bunte Mädchen turnen und zerlegt den Warschauer Kulturpalast in seine spannendsten Einzelteile.


Portfolio des Monats (PAGE 02.2015)

 

Grazyna Ostrowska-Henschel

Ich bin Illustratorin, weil: ich in Bildern denke und auf diese visuelle Weise meinen Blick auf die Welt am besten erklären kann. Der Schwerpunkt Infografik kam irgendwann dazu – ich mag Zahlen und Fakten, die Gestaltung in einer Welt der Tabellen und Diagramme.


Design bedeutet für mich: einen Prozess, in dem Fragen gestellt und Lösungen gesucht – und gefunden – werden. Design ist eine Querschnittsdisziplin und deshalb auch so spannend. Design ist auch Reduzieren, das Wesentliche finden und benennen. Eine Infografik kommt vielleicht nicht ganz ohne Worte und Zahlen aus, die ganz komplexe Fakten werden aber auf eine sehr reduzierte, universelle Weise dargestellt.


Die größte Herausforderung in meinem Job: bei der Projektarbeit die Balance zwischen Kundenwünschen und eigenen Vorstellungen zu finden. Im Idealfall geht man den gleichen Weg!


Meine größte Inspirationsquelle: da gibt es ganz viele – ich lege mir regelmäßig themen-sortierte Inspirationstagebücher an … Also – ohne besondere Reihenfolge: Mid-Century Modern, Charles und Ray Eames, das finnische Design der 50er in Sinne von Alvar Aalto aber auch das verspielte von Marimekko, Illustration von Miroslav Šašek und Alain Grée, polnische Illustration der 50er und 60er Jahre, Scherenschnitte von Matisse, alles von Joan Miró … auch der Film und das Reisen.


Mein bestes Projekt bisher: immer das aktuelle oder das nächste!



Mein aktuelles Projekt: aktuell recherchiere ich für eine Infografik über Feiertage in Europa. Unser Kontinent hat eine so reiche Vielfalt an religiösen, kulturellen und politischen Traditionen – das zusammenzustellen und in einem historischen Kontext zu vergleichen macht sehr viel Spaß.


 

Meine liebste iPhone/iPad-App: die ToxFox-App vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Mein wichtigstes Buch: das wunderbare Robert Indiana »Figures of Speech«, Nelson Goodman »Sprachen der Kunst« und John Berger »Ways of Seeing«. Toll und schon ganz lange in meinem Bücherregal «Design as Art« von Bruno Munari. Und das witzige »Abstract City« von Christoph Niemann.

Meine größten Helden: alle Unangepassten, die in unfreien Verhältnissen für die Freiheit kämpfen.



Mein spannendstes Event der letzten Zeit: Besuch des Prado Museums in Madrid.

Berufsanfängern würde ich auf den Weg mitgeben: viele Fragen stellen, nur mit Lust arbeiten, Kontakte knüpfen und pflegen, Fahrrad fahren und unangepasst bleiben 😉




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