Die Characters sind los: Pictoplasma 2012

Beth Ditto auf Rollschuhen, Bambi in Mordlaune, ein Oscar-Kandidat - und ein Punga-Regisseur am Rande des Nervenzusammenbruchs: Die Pictoplasma 2012 hat einen tollen Start hingelegt - und wir waren dabei.



Natürlich startete das diesjährige Pictoplasma Festival rund um Character-Design und Animation erstmal mit einem Screening. Im Kino Babylon wurde eine abwechslungsreiche Filmrolle mit Bienen in Whiskeylaune, MTV-Trailern, dem Oscar-Nominierten Kurzfilm »A Morning Stroll« und melancholischen Robotern gezeigt – und anschließend fing die dreitätige Conference an.

Ein launiger Start mit Mark Gmehling (siene PAGEonline), der von seinen Anfängen im Graffitti zu den weltweiten Ausstellungen seiner »Spaghetti«-artigen 3D-Renderings führte, sein Mantra »In Style We Trust, The Norm We Fuck« mit zahlreichen Beispielen unterstrich, von Vorbirldern wie blublu schwärmte und davon, wie er mit der Software Cinema 4 D mitwuchs.

Joel Trussell aus Los Angeles zeigte anschließend großartig hintersinnige TV-Spots, ein The Gossip Video in dem er Beth Ditto und ihre Band mit riesigen Bubbeln auf dem Kopf in einer Rollschuh-Disco tanzen ließ – und gewährte eine exklusiven ersten Blick auf sein Animations-TV-Projekt »Electric City« mit und von Tom Hanks. Er zeigte, wie er sich von Masken, von prähistorischen Artefakten, Gustav Klimt, Woody Allen und Filmen wie »Waking Life« inspirieren lässt – und gab Job-Tipps. Als er, nach dem Dot-Com-Crash 2001 völlig pleite wieder in seine Heimat Tennesse zurück ziehen musste, schickte er mails an alle Agenturen des Landes heraus, verschwieg seinen hinderwäldlerischen Wohnort – und erschien eine Cover-Illustration oder anderes Artwork in der jeweiligen Stadt, mailte er an die dortigen Artdirektoren einen Verweis auf das sozusagen »Vor-Ort-Portfolio«.

Der Höhepunkt allerdings: Punga aus Buenos Aires, die gleich zu Mehreren antraten. Mit einem Regisseur, der, trotz einiger charmanter Anläufe, einfach kein Englisch sprach – und vor allem mit Punga- Mitgründer Tomi Dieguez, der statt einer Lecture eine großartige One-Man-Performace gab. Statt einzelne Projekte vorzustellen, ließen die Jungs im Hintergrund ein kunterbuntes Showreel ihrer zehnjährigen Arbeit ablaufen »quasi wie das Leben, das sich vor einem abspult bevor man stirbt«, wie Dieguez meinte, während er auf der Bühne herumturnte, sich launig über die Schaffenskrise ausließ, wo man doch schon so viel geschafft hat, über Pitches stöhnte und sie verulkte und sich über die eher provinzielle Werber-Szene auf ihrem Kontinent lustig machte. Immerhin jubelten sie dieser Clips mit sprechenden »Arschlöchern« unter, mit Würmern, den man mit einer Organspende das Leben schwer machen kann und reichlich andere wunderbar freche und farbenfrohe Arbeiten.

Ein großer, chaotischer und herrlich eigensinniger Auftritt gleich am ersten Tag, der dann mit dem großartigen pointierten Humor von Grant Orchard von Studio aka endete. Mit den auf den Punkt reduzierten Animationen des Regisseurs, der bei aka 15 Jahre zuvor als quasi Laufbursche startete und gerade für »A Morning Stroll« einen BAFTA bekam – und eine Oscar-Nominierung. Auf dem roten Teppich in Hollywood sei er einfach nur müde gewesen, erklärte er, umso mitreißender – und das nach bereits fünf Lectures – seine Fußball spielen Klötzchen, die, komplett reduziert, umfassende Geschichten erzählen, seine wunderbaren »Love Sports«-Animationen für MTV und sein neuestes Projekt, das er gerade fertig gestellt hat: der Erotic Movie »Yeah Just There«, der anhand von geometrischen Figuren zum Höhepunkt führt.

Wir zeigen ein paar Clips aus dem ersten Screening Programm, eine Bildergalerie mit kleinen Konferenz-Einblicken – und morgen geht’s weiter!

Mahahula: The Giant Rodent of Happiness

von Nomint


Jack Daniels »Tennessee Honey«

Production Company: Passion Pictures NYC

Birthcard Aagje Oprins

von  Job, Joris & Marieke

  

BACK FROM THE F***ING MOUNTAINS!

von Gero Doll, www.limbicnation.com

Flying Lotus – Kill Your Co-Workers

von beeple

Hello Bambi
written & directed by Faiyaz Jafri
music: Piano Sonata No. 2: Marche funebre written by Frederic Chopin respectfully assaulted by Faiyaz Jafri

http://bam-b.com/hellobambi/index.html




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