PAGE Portfolio des Monats: Nigel Gerhardt

Die Arbeiten von Nigel Gerhardt sind komplex – und bestechen durch ihre Klarheit, durch wunderbare Farben und einen gekonnt reduzierten Umgang mit Form.



In seiner Abschlussarbeit zum Bachelor of Arts in Kommunikationsdesign (ADK Köln) überzeugte Nigel Gerhardt 2012 als Theoretiker und analysierte einen Ansatz zu Herleitung von Designlösungen im 21. Jahrhundert. Seine praktische Arbeit ist genauso komplex – und besticht durch ihre Klarheit, durch wunderbare Farben und einen gekonnt reduzierten Umgang mit Form.


Portfolio des Monats (PAGE 03.2013)

Nigel Gerhardt

Ich bin Designer, weil es keinen anderern Beruf gibt, der mir mehr Zufriedenheit und Abwechslung bereitet.

Design bedeutet für mich: Sich stets an die Tugenden guten Designs zu erinnern und den Begriff und somit auch sein Handeln bezogen auf das jeweilige Projekt stets zu hinterfragen. Ich bin noch ein sehr junger Designer, aber ich halte an dem Gedanken fest, dass gut durchdachtes Design etwas Positives bewirken kann (siehe »Clever Little Bag« – Projekt von Puma). Ich kann nicht beurteilen, wie viele Gestalter und Unternehmer sich der Tatsache bewusst sind, dass wir eigentlich nur noch produzieren, um zu konsumieren. Freilich funktioniert so unser Wirtschaftssystem. Aber ich weiss, dass wenn wir nur etwas mehr Zeit für die Entwicklung unserer Projekte von den Auftraggebern zugesprochen bekommen würden und uns somit genauer mit dem herzustellenden Produkt und seiner Wertschöpfungskette auseinandersetzen könnten, dann würde dieser Zeitbonus den Unterschied machen zwischen einem intelligenten und somit auch konsequent nachhaltigen Design und dem genauen Gegenteil. Design bedeutet für mich, neugierig, offen und wach zu sein, Traditionelles anzuerkennen und behutsam weiterzuentwickeln und somit den größten Nutzen bei gleichzeitig geringem Materialaufwand für den Konsumenten zu schaffen.

Meine größte Inspirationsquelle: Das ist sicherlich, und auch kaum verwunderlich, das alltägliche Leben. Ich habe erst im September letzten Jahres mein Studium abgeschlossen. Daher kann ich nur sagen, was mich als Student beeinflusst und fasziniert hat. Zwischen Seminaren und Vorlesungen habe ich u.a. für den Westdeutschen Rundfunk in Köln gearbeitet und habe dort an einer wöchentlichen Politsendung mitgewirkt. Das hat sicherlich meine Sinne für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen geschärft. Gerade während des Reaktorzwischenfalls in Fukushima im März 2011.
Ansonsten bekomme ich meine tägliche Portion Inspiration aus Magazinen aus dem Bereich der Popkultur und über Musikvorschläge von Freunden.

Mein bestes Projekt bisher: Wiederum kann ich nur aus der Sicht eines Studenten berichten. Ich denke, die Konzeption und Umsetzung eines Messestandes für das japanische Unternehmen MUJI gehört bislang zu meinen besten Projekten, nicht nur bezogen auf die Recherche im Vorfeld, sondern auch auf die Umsetzung und Präsentation am Ende. Beides hat sehr viel Spaß gemacht.

Mein aktuelles Projekt: Bis neulich habe ich an dem Erscheinungsbild eines jungen aufstrebenden Musikers gearbeitet. Aber …»psst..!«…das ist bis zur Veröffentlichung noch geheim.

Die beste Kampagne aller Zeiten: Bezogen auf den Unterhaltungswert finde ich nach wie vor die Lego Print Kampagne aus dem Jahr 2006 sehr gelungen. Sie zeigt beispielsweise vier zusammengebaute Legosteine, deren Schattenwurf ein detailliertes Abbild eines Dinosauriers ergeben. Ganz gleich, ob man Lego nun mag oder nicht, aber ich musste lächeln, als ich die Werbung das erste Mal sah, und fühlte mich sofort an die Kindheit erinnert. Diese Werbung ist so simpel wie das Produkt selbst. Mit nur wenigen Steinen und einer Portion Kreativität entstehen die fantastischsten Wesen, wie z.B. ein Dinosaurier. Genauso sollte Design bekanntlich auch sein: einfach.

Meine liebste iPhone–App: Das ist zurzeit die App ,Figure‘ von Propellerhead.

Mein wichtigstes Buch: Ich bin neulich über das Buch von MUJI gestoßen und betrachte es seitdem als meine wichtigste Referenz in Bezug auf gutes Design.

Meine größten Helden: Ich habe eigentlich keine ,Helden‘ in dem Sinne, aber Menschen, die ich durchaus interessant finde. Jessica Walsh und Stefan Sagmeister würde ich z.B. gern einmal auf einen Tee in New York treffen.

Mein spannendstes Event der letzten Zeit: Das dürfte wohl meine Zusage für ein sechsmonatiges Praktikum bei MetaDesign in Düsseldorf gewesen sein.


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2 Kommentare


  1. Bette Vest

    Nice work.


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