NRW Portfolio Day: KW43 gibt Tipps zur Bewerbungsmappe

Nicht nur fürs Studium brauchen Gestalter eine überzeugende Mappe. Nach dem Abschluss gilt es, Agenturen oder Studios damit von sich zu überzeugen. KW43 Branddesign bietet gemeinsam mit Designerdock ein Mappencoaching für Studenten in NRW an. Wir sprachen mit KW43-Geschäftsführer Rüdiger Goetz.



Nicht nur fürs Studium brauchen Gestalter eine überzeugende Mappe. Nach dem Abschluss gilt es, Agenturen oder Studios damit von sich zu überzeugen. KW43 Branddesign bietet gemeinsam mit Designerdock ein Mappencoaching für Studenten in NRW an. Wir sprachen mit KW43-Geschäftsführer Rüdiger Goetz.

»Mit deiner Mappe beginnt deine Karriere. Oder auch nicht. Also nimm sie ernst. Wir helfen dir dabei, das Beste aus ihr rauszuholen« – unter diesem Motto startet die Düsseldorfer Designagentur KW43 Branddesign in Kooperation mit der Personalberatung Designerdock Düsseldorf und PAGE das erste offizielle Mappencoaching für angehende Designer: Den NRW Portfolio Day.

In gemeinsamen Workshops und individuellen Coachings beraten hoch ausgezeichnete Designexperten von KW43 Branddesign und Designerdock den Designnachwuchs bei allen Fragen rund um ihre individuelle Mappe.

Unterstützt werden sie dabei von externen Experten aus der Industrie. Zur Auftaktveranstaltung am 28.08. in Düsseldorf werden Christian Hupertz, Marketingleiter bei Peek&Cloppenburg, und Stefan Weil, Kreations-Geschäftsführer von Atelier Markgraph, vor Ort sein und in Impuls-Vorträgen ihre Perspektive zur Mappengestaltung erläutern sowie KW43 Branddesign und Designerdock beim individuellen Mappencoaching unterstützen.

Eingeladen sind dazu Designstudenten sowie Berufseinsteiger aus NRW und Umgebung, die gerne ein ehrliches und offenes Feedback von erfahrenen Fachleuchten zu ihrer eigenen Mappe erhalten möchten und auf der Suche nach individuellen Tipps sind, um positiv aus der Masse der Bewerber herauszustechen.

Um ein individuelles Coaching sicherstellen zu können, ist die Teilnehmerzahl auf 25 begrenzt. Interessierte können sich bis zum 20.08. per Mail an nrwportfolioday@kw43.de mit ihrer besten Arbeit, einem kurzen Statement, warum sie teilnehmen möchten und der Information, an welcher Hochschule sie in welchem Semester studieren, bewerben. Die Bewerber werden per Mail informiert, wer am Coaching teilnehmen kann. Mehr Infos gibt es unter www.nrw-portfolio-day.de.

Als weiteres Highlight winkt den Teilnehmern neben dem individuellen Coaching auch die Chance auf die Veröffentlichung ihrer besten Arbeit in der PAGE.

Wann?: 28.08. von 13.00 Uhr bis 17.30 Uhr

Wo? KW43 Branddesign, Platz der Ideen 1, 40476 Düsseldorf

INTERVIEW MIT RÜDIGER GOETZ

Wir sprachen mit KW43-Geschäftsführer Rüdiger Goetz über die Beweggründe der Agentur, das Coaching anzubieten und wie die perfekte Mappe aussehen sollte:

PAGE: Warum veranstalten KW43 BRANDDESIGN und Designerdock ein Mappencoaching?

Rüdiger Goetz: Mit der Mappe beginnt die Karriere eines Jungdesigners – oder auch nicht. Deswegen sollte man sie auch wirklich ernst nehmen. Wir wollen dem Nachwuchs dabei helfen, das Beste aus seiner Mappe rauszuholen. Sicherlich sind Persönlichkeit und Auftreten des Bewerbers ebenfalls wichtig, aber ein Bewerber mit schlechtem Auftreten und exzellenter Mappe wird eher eingestellt als ein Bewerber mit gutem Auftreten aber schlechter Mappe.

Ein Großteil der Mappen, insbesondere die von Schulabgängern, wird dieser besonderen Bedeutung jedoch nicht gerecht: Die Mappen zeigen häufig eher eine Dokumentations-Mentalität als die Fähigkeit des Kandidaten, situationsangemessen mit Design optimal zu kommunizieren und zu überzeugen. Die Mappe selber wird viel zu wenig als ein aktives und durch kreatives Design optimierbares Medium begriffen. Das liegt aber auch teilweise daran, dass die Bewerber die Wünsche der einstellenden Agenturen nicht kennen. Bei einem Vorstellungsgespräch bekommen sie oft kein ehrliches und ausführliches Feedback, warum es mit der Bewerbung nicht geklappt hat.

Mit dem Coaching stellen wir uns dieser Herausforderung und bieten speziell dem engagierten Nachwuchs in unserer Region unsere Unterstützung an. So geben wir Schulabgängern und Berufseinsteigern die Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, was Agenturen bei der Gestaltung einer Mappe wichtig ist – transparent und ehrlich. Dazu haben wir uns mit Designerdock einen weiteren erfahren Partner ins Boot geholt, der tagtäglich Mappen von jungen Talenten beurteilt. Zusammen mit unseren Kreativ-Experten können die Teilnehmer so optimal vom Know-how der »alten Design-Hasen« profitieren.

Was erhoffen sich KW43 BRANDDESIGN und Designerdock davon?

In erster Linie möchten wir uns als Arbeitgeber positionieren, der sich aktiv für die Nachwuchsförderung einsetzt und damit die regionale Design-Szene stärkt. Zudem profitiert nicht nur der Nachwuchs von perspektivisch besseren Mappen, sondern auch wir, da so die Anzahl qualifizierter Bewerber erhöht und deren effektive Identifikation erleichtert wird. Das ist gerade in Anbetracht der schrumpfenden Nachwuchszahlen entscheidend. Darüber hinaus versprechen wir uns neue Impulse und Einblicke durch den Austausch mit Studenten hinsichtlich ihrer Erwartungshaltung gegenüber Agenturen als potentielle Arbeitsgeber.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, wer teilnehmen darf?

Um ein individuelles Feedback und Coaching zu ermöglichen, ist eine beschränkte Teilnehmerzahl unumgänglich. Ein für uns wichtiges Kriterium für die Teilnahme ist dabei weniger als man erwarten würde das individuelle Talent, als vielmehr die Ernsthaftigkeit und Engagiertheit der möglichen Bewerber. Daher bitten wir darum, sich neben der besten Arbeit auch mit einem kurzen Statement zu bewerben, warum man an dem Coaching teilnehmen möchte.

Do’s und Don’ts: Wie muss eine Mappe aussehen, damit ein Bewerber Chancen bei KW43 BRANDDESIGN hat? Was sind häufige Fehler? Welche No-Gos gibt es?

Hier gibt es ganz unterschiedliche Kriterien, einige davon werden auch innerhalb des Coachings gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeitet. Insofern will ich hier im Vorfeld die Ergebnisse im Detail noch nicht vorweg nehmen. Sicherlich ist ein entscheidender Aspekt für die Qualität einer Mappe, in wie weit ein Designer in der Lage ist, transparent und schnell seine ganz individuelle Leistung bei einem Projekt deutlich zu machen. Ein häufiger Fehler sind Projektarbeiten, bei dem der kreative Anteil des Designers nicht klar erkennbar ist.

Bevorzugen Sie Bewerbungsmappen analog oder digital?

Hier gibt es keine eindeutige Präferenz. Die Form ist grundsätzlich abhängig von Person, Arbeitsstil und Situation. Im persönlichen Gespräch mit dem Bewerber ist aber zumindest für mich ein haptischer Eindruck von Vorteil. Damit zeigt der Kandidat, dass er in der Lage ist, mich durch die bewusste Wahl des Mediums mit allen Sinnen zu involvieren.

Wird das Coaching regelmäßig stattfinden?

Wir planen, das Mappencoaching zukünftig in regelmäßigen Abständen anzubieten. Sollte die Resonanz auf unsere Auftaktveranstaltung stark sein, sind auch zusätzliche Veranstaltungen und/oder größere Gruppen vorstellbar. Sollte es dieses Mal nicht mit der Bewerbung klappen, können wir jedem Designer mit Interesse an dieser Veranstaltung nur raten, dieses bei der nächsten Veranstaltung erneut geltend zu machen und sind optimistisch, ihm auch eine Chance bieten zu können.

Was raten Sie einem Bewerber, wenn es bei der ersten Job-Bewerbung nicht geklappt hat?

Ein betont direktes und konkretes Nachfragen nach kritischem Feedback rentiert sich meist. Denn der Bewerber hat nur die Möglichkeit sich zu verbessern, wenn er seine Wirkung bewusst reflektiert. Dabei hilft es enorm, Feedback durch den potenziellen Arbeitgeber zu erhalten. Je härter und ehrlicher dieses Feedback ist, desto mehr kann der Bewerber daraus lernen. Davor schrecken viele Arbeitgeber in einem Bewerbungsgespräch jedoch zurück.

Grundsätzlich hilft es jedoch, die eigene Mappe als zentrales Medium des Eigen-Marketings wahrzunehmen und an dieser stetig zu arbeiten. Das hat zwei positive Effekte: Der Bewerber optimiert seinen Erfolg und er beweist, dass er das Prinzip von Kommunikations-Design verstanden hat: Erkenne die richtigen Touchpoints und optimiere sie angemessen im Sinne der Zielgruppe und des Kommunikationsziels.




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