München, offene Stadt?

Die Münchner Agentur Martin et Karczinski führt ihre Initiative Open Kindl auch nach dem Verbot der Stadt weiter.



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Im Frühjahr 2015 gestaltete die Münchner CI/CD-Agentur Martin et Karczinski unter dem Motto »Mia san mehr« ein Zeichen für ihre Stadt, das ein Bekenntnis zu Vielfalt und Offenheit sein sollte. Das Open Kindl zeigt das Stadtwappen mit Symbolen aller Weltreligionen: Neben dem üblichen Kreuz sind also auch Halbmond, Davidstern etc. vertreten.

Ursprünglich als Plakatbeitrag zur Munich Creative Business Week gedacht, machte die Agentur daraus eine Initiative: Mit dem Kauf des Kindl Kits (Stempel, Schablonen, Turnbeutel etc.) unterstützte man die SchlauSchule für junge Flüchtlinge.

»Für die Stadt wäre das eine schöne Möglichkeit gewesen, eine Initiative zu unterstützen, die sie nicht mal selbst in Auftrag geben musste«, Peter Martin

Eine gute Sache, würde man meinen. Die Stadt sah das allerdings anders und untersagte der Agentur die Nutzung des Zeichens – wohl aufgrund der teilweise aggressiven Kommentare zu der Aktion, die durchaus auch der Agentur zu Denken gaben.

Zunächst gab die Agentur nach, doch nun schaltet sie die Website www.openkindl.de wieder frei und bringt die restlichen Kits unters Volk. Zusätzlich ruft sie dazu auf, ein eigenes Open Kindl zu gestalten. Die Aktion beschränkt sich nicht auf München. Auch Bürger und Designer anderer Städte können ihr Toleranz-Signet einschicken. Einfach per E-Mail an info@metk.de oder per Post an: Martin et Karczinski GmbH, Nymphenburger Straße 125, 80636 München. Die schönsten Entwürfe gewinnen ein Kindl Kit.

Auf Konfrontationskurs mit der Stadt will die Agentur damit – eigentlich – nicht gehen. »Wir wollen nicht provozieren oder als Krawallmacher auftreten«, sagt Agenturmitinhaber Peter Martin. »Wir möchten einen Dialog anstoßen und gemeinsam mit der Stadt eine Lösung finden.« Nur wurden die Gesprächsanfragen bisher nicht beantwortet.




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