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Das iD-institute ist gestartet

Die Designer Regina und Wolfgang Hanke haben das International Design Institute gegründet, das Designer und Unternehmen weltweit zusammen bringen soll. Wir sprachen mit den Gründern.


Die Designer Regina und Wolfgang Hanke haben das International Design Institute gegründet, das Designer und Unternehmen weltweit zusammen bringen soll. Wir sprachen mit den Gründern.

Auf der Website iD-institute.com sind derzeit rund 1150 Designer, öffentliche Organisationen und Universitäten aus acht Ländern verzeichnet. Neben der internationalen Suche nach Designern und Agenturen bietet die Seite auch Informationen für das interkulturelle Business. So gibt es etwa englischsprachige Musterverträge zum Download – aber nur für Mitglieder. Mit dem iD-Safe können Designer ihre Arbeit mit einem Zeitstempel versehen und so ihre Urheberrechte besser sichern. Ein Basiseintrag auf der Plattform ist für 49 Euro pro Jahr zu haben. Für die ersten 500 selbst getätigten Einträge pro Land ist das erste Jahr gratis. Alle Einträge werden von den Betreibern kuratiert, um internationale Standards und eine hohe Qualität der Arbeiten sicherzustellen.

Die Website überrascht mit ihrer klaren Struktur, besonders die Clusterung der Tätigkeitsfelder ist übersichtlich und ansprechend gestaltet (siehe Screenshot). Das iD-institute bietet seine Dienste zunächst in Deutschland, Österreich, Schweiz, Großbritannien, Dänemark, China, Japan und Südkorea an.

Wir sprachen mit Regina und Wolfgang Hanke über ihre Beweggründe und Ziele sowie die Entwicklung der Site.

PAGE: Wieso haben Sie das iD-institute gegründet?

Regina Hanke: Nabelschau-Plattformen von Designern für Designer gibt es einige, aber keine richtige Business-Plattform, über die Designer Kontakte zu Unternehmen knüpfen können. Für Unternehmen wird es immer schwieriger, Zielgruppen auf lokaler Ebene zu erreichen. Designer sind perfekte Übersetzer für interkulturelle Kommunikation. Diese Fähigkeit wollten wir in den Vordergrund stellen. Kleineren Agenturen und selbständigen Designern helfen wir, an Aufträge zu kommen. Der Designmarkt ist sehr kleinteilig, der Großteil des Umsatzes wird immer noch von den großen Agenturen gemacht.

Wie sind Sie vorgegangen?

Am 31.12.2010 saßen wir mit einigen Designern am Tisch und stellten einen Bedarf für das iD-institute fest. Noch am selben Abend sicherten wir uns die URL. Dann überlegten wir uns, was man braucht, um international Business machen zu können und was wir dafür zur Verfügung stellen müssen. Daraufhin erstellten wir unsere Rubriken – z. B. iD-Safe, Muster-Verträge und Know-How. Gleichzeitig überlegten wir uns, welche Informationen Unternehmen brauchen, um Designer auszuwählen und mit ihnen in Kontakt zu treten.

Über die Clusterung der Tätigkeitsfelder auf der Website haben wir viel nachgedacht. Die Kreativwirtschaft ist ein weites Feld, geprägt von einer gewissen Vielschichtigkeit und gleichzeitig zunehmender Spezialisierung. Wir haben versucht, die Bereiche so sauber wie möglich zu clustern. Dabei richteten wir uns an bestehenden Kategorien, eigenen Erfahrungen und internationalen Jobbörsen aus. So gibt es bei uns z.B. nicht den Bereich Corporate Identity, weil die Schnittmenge mit Branding und Corporate Design zu groß ist. Um die Begrifflichkeiten besser zu definieren, haben wir ein Glossar eingerichtet, das vor allem Unternehmen Anhaltspunkte und Nutzen liefern soll.

Wie sind die Einträge vor dem Launch entstanden?

In den vergangenen Wochen haben wir fast 6000 Online-Portfolios durchgesehen und uns einen sehr guten Überblick über die Branche verschafft. Dann fingen wir an, die Agenturen selbst einzutragen. Wir haben die ersten 1.150 Einträge erstellt, dann die Agenturen angeschrieben, ob sie damit einverstanden sind und abgewartet. Nur knapp 1% hat abgelehnt, manche waren regelrecht begeistert von der Website. Seit dem Launch am 1. Dezember tragen sich die Agenturen selbst ein, nur den Universitäts-Bereich werden wir voraussichtlich weiterhin redaktionell bestücken.

Sie kuratieren die Einträge der Agenturen – was bedeutet das genau?

Das bedeutet, dass wir den Unternehmen einen internationalen, hoch qualitativen Standard anbieten. Dabei richten wir uns nicht nach der Größe der Designbüros oder bereits erhaltenen Awards, sondern schauen auf die Idee dahinter. Wir sehen uns die Websites und Arbeiten der Designer an und entscheiden, ob sie zum iD-institute passen. Wir wollen ein inhaltlich hochwertiges Angebot machen. Dabei lassen wie die Designer mit ihren Einträgen nicht allein und geben Hilfestellungen um die Einträge zu verbessern.

Was sind ihre weiteren Pläne?

Für 2012 haben wir einiges geplant. Neben Fachvorträgen, z.B. zu Cultural DNA, werden wir im Sommer eine eigene Seminar- und Webinar-Reihe zu Business-relevanten Designthemen launchen. So wird der Kontakt zwischen Designern und Unternehmen gefördert. Außerdem planen wir eine Reihe von Studien, um uns als seriösen Partner für die Wirtschaft zum Thema Interkulturalität zu etablieren. Den Anfang macht eine Studie über den Einsatz von Farbe. Wir greifen dabei auf unsere Kontakte mit den Designern weltweit zurück.

Wie war das Feedback seit dem Launch?

Sehr gut. Den Unternehmen gefällt die Nutzerfreundlichkeit der Seite. Sie spart ihnen viel Zeit bei der Agentur- und Designersuche. Designer mögen die Seriosität, die die Kuratierung verspricht. Außerdem verschwinden ihre Einträge hier nicht auf der 85. Unterseite, die Struktur ist sehr klar und übersichtlich.

Wie entstand die Website?

Wolfgang Hanke: Wir wollten die Website am 1. Dezember auf der Business of Design Week in Hong Kong vorstellen, da Deutschland Partnerland war und China zu den Emerging Markets zählt. Daher haben wir die Website komplett inhouse programmiert, um langwierige Absprachen mit einer externen Agentur und Wissenstransfer vorab zu vermeiden. So konnten wir schon in der Konzeptionsphase erste Teile programmieren, ausprobieren – und gegebenenfalls wieder löschen. Wir haben im Vorfeld Open Source, Freeware und CMS angesehen, uns aber wegen deren Einschränkungen dagegen entschieden und die Seite komplett neu aufgesetzt. So konnten wir die Anwendungen präzise an unsere Anforderungen anpassen. Es war uns wichtig, dass die Website möglichst visuell ist und ohne viele Worte auskommt und somit international, über Sprachbarrieren hinaus, verständlich ist.

Wie finanziert sich das Projekt?

Bisher haben wir das iD-institute eigenfinanziert. Derzeit sehen wir uns nach Finanzierungspartnern und Investoren um und sind auf der Suche nach einem CFO mit Akquisefähigkeiten, der bei uns einsteigen möchte.

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