Herbert Bayers Reklame-Fegefeuer

Das Bauhaus Archiv zeigt die Werbegrafik des umstrittenen Bauhaus-Lehrers Herbert Bayer.



Bekannt war Herbert Bayer (1900-1985) für seine Formensprache, in der er Fotografie, Collage und Airbrush verwand, sie moderne und ungewöhnliche Beziehungen eingehen ließ – und dafür, dass er sein Können ab 1933 in den Dienst der Nationalsozialisten stellte.

Da hatte er das Bauhaus Dessau, an dem er unterrichtet hatte, bereits seit 5 Jahren verlassen und war in Berlin zu einem der bestbezahlten und erfolgreichsten Werbegrafiker avanciert, gestaltete hunderte Bücher, Plakate und Zeitschriftencover, war freier künstlerischer Leiter der Werbeagentur Dorland – und emigrierte später in die USA.

Im Bauhaus-Archiv Berlin sind mehr als 200 Arbeiten Bayers zu sehen, darunter sein berühmtes Plakat »section allemande«, das 1930 für die Werkbundausstellung in Paris entstand, und auch sein Plakatentwurf zum Pergamonaltar von 1931.

Ebenfalls Teil der Schau sind aber auch die von Bayer gestalteten Drucksachen für die drei NS-Großausstellungen »Deutsches Volk, deutsche Arbeit« (1934), »Das Wunder des Lebens« (1935) und »Deutschland« (1936), seine für die Organisation »Kraft-durch-Freude« gestalteten Plakate und Publikationen und sein Cover für eine Broschüre der Hitler-Jugend.

Eine seltsames Zusammenspiel von modernen Ideen und reaktionärer Gesinnung und eine interessante Auseinandersetzung, der sich die Ausstellung stellt. Sie ist Teil des Berliner Themenjahrs »Zerstörte Vielfalt« (hier dessen CI von Raban Ruddigkeit) zur Machtergreifung der Nationalsozialisten vor 80 Jahren.

»mein reklame-fegefeuer«: Herbert Bayers Werbegrafik von 1928 bis 1938, Bauchhaus-Archiv Berlin, bis 24.2.2014

 




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