Designkompetenz erwerben

Kann ich mich neben dem Beruf mit einem Fernstudium in Designfragen professionalisieren?



BDG, Design, Designkompetenz

Stephanie, 32: Hallo, ich arbeite seit über zehn Jahren als Marketingmanagerin in einem Unternehmen und möchte mich in Designfragen professionalisieren. Ich bin studierte Betriebswirtin und habe mir selbst den Umgang mit Designprogrammen angeeignet. Wäre ein Fernstudium neben dem Beruf sinnvoll, um die Software besser nutzen zu lernen und mich als Designerin zu schulen?

Christian Büning:
Liebe Stephanie, wenn ich Sie richtig verstanden habe, geht es um zwei Fortbildungen: zum einen die Anwendung von Designprogrammen, zum anderen das Gestalten selbst.

Für Designsoftware gibt es zahlreiche Anbieter, je nach dem, was Sie brauchen, können Sie hier gezielt wäh­len, zum Beispiel zu Themen wie »Effizienz in der Printproduktion« oder die »Werkzeuge von Photoshop«.

Bei den Fortbildungen für Design wird es etwas kniffliger. Natürlich gibt es Prinzipien und Sehgewohnheiten in der Gestaltung, aber das Analysieren und Lösen von Problemen verlangen doch einiges mehr von einer Designerin.

In meinen Augen ist Design eine Disziplin, die eher von der Haltung lebt, wie ein Problem zu lösen ist, als von starren Regeln, wie ein Winkel zu setzen ist.

Ich bin mir nicht sicher, ob sich diese Haltung in einem Fernstudium vermitteln lässt; auf jeden Fall kann ein solches Studium aber Ihr Basiswissen über visuelle Wahrnehmung vertiefen. Allerdings wiegen Ihre zehn Jahre Praxiserfahrung dieses Wissen sicher auf.

Mein Tipp: Trainieren Sie Ihre Softwarefähigkeiten gezielt mit Kursen und Fortbildungen. Holen Sie sich ergänzend dazu für Ihre Designfähigkeiten externe Sparringspartner ins Haus – sprich Gestalter, mit denen Sie zusammen Design entwickeln können. Sie be­kommen jede Menge Anregung und Austausch und können so allmählich Ihre Fähigkeiten zur Analyse und Konzeption erweitern. Sie kennen Ihr Unternehmen und die bisherige visuelle Kommunikation genau. Wenn Sie jetzt zusammen mit Designern neue Lösun­gen entwickeln, werden Sie sich sehr intensiv und ausführlich mit Designprozessen auseinandersetzen.

Mit die­sem Trick bekommen Sie bei­des zusammen: eine Lösung für Ihre Projek­te und eine fundierte Weiterentwicklung Ihrer Designfähigkeiten.

Viel Erfolg!


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Christian Büning
Vizepräsident des Berufsverbandes der Deutschen Kommunikationsdesigner/
PAGE Kolumnist »Business Basics«

info(at)bdg-designer.de
http://www.bdg-designer.de

Christian Büning ist Inhaber des Büro Büning Informationsgestalter und Gründer des Werkstoff Verlags. Er ist Autor der BDG Gründerfibel und schreibt in der PAGE monatlich für Designunternehmer. Im BDG engagiert er sich für faire Märkte und professionelle Teilnehmer, seit 2011 in der Funktion als Präsident. Er ist leidenschaftlicher Fan von schematischen Zeichnungen und kann sich oft stundenlang nicht zwischen der Unit und der Droid Sans entscheiden. Christian Büning lebt und arbeitet in Münster – mit Fahrrad, natürlich.

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