»Copy & Paste ist keine Inspiration«

In PAGE 03.2017 widmen wir uns dem wichtigen Thema Ideenklau und zeigen, wie man sich schützen und wehren kann. Hier erzählt Dennis Duncker von Dunckelfeld von seinen Erfahrungen.



dunckelfeld

Besonders dreist ist Ideenklau oft im Webdesign, wenn Quellcode komplett übernommen wird oder kopierte Websites sogar als Templates weiterverkauft werden. So erlebte es die Kölner Kreativagentur Dunckelfeld, wie CCO Dennis Duncker (links im Bild) berichtet:

»Unsere Agentur-Website wurde schon mehrfach kopiert. Jemand hat sogar ein WordPress-Theme daraus gemacht, was uns bei einer Neukundenanfrage zugespielt wurde (http://demos.artbees.net/jupiter5/metis/). Den Fall haben wir erst vor kurzem bemerkt und nicht weiterverfolgt, weil wir ohnehin schon am Relaunch unserer Website arbeiten. Außerdem bewegt sich das WordPress-Theme in einer Grauzone:

Das Design ist deutlich inspiriert, aber nicht direkt kopiert.

Besonders dreist war einer, der sich den kompletten Seitenquelltext kopiert und seine eigene Portfolio-Seite daraus gebastelt hat, auf der er sich als Webdesigner und Developer präsentierte. Dumm nur, dass er vergessen hatte die Google-Trackings zu löschen. Dann war er so frech, die Seite bei Awards einzureichen. Wir bauten daraufhin ein ASCII-Foto von ihm mit einer kleinen Grußbotschaft in unserem Quelltext ein. So erteilten wir ihm eine Art »digitales Hausverbot« – wie ein Kneipe, die Zechpreller an den Pranger stellt.

Zusätzlich haben wir ihn direkt angeschrieben – rein formal und ohne Groll. In dieser Mail teilten wir ihm mit, dass er ein urheberrechtlich geschütztes Design verwendet und räumten ihm eine Woche ein, das zu ändern. Als keine Antwort kam, haben wir seinen Hoster informiert, woraufhin der Developer einwilligte, die Seite zu ändern.

Entschuldigt hat er sich nicht, sondern wirr argumentiert, dass jeder Künstler an Inspiration glaubt und wir uns eher geschmeichelt fühlen sollten statt zu drohen. Unsere Antwort war ganz knapp:

Copy & Paste ist keine Inspiration.

Zum vereinbarten Zeitpunkt hatte er seine Seite geändert und damit war die Sache für uns gegessen. So etwas kannst du letztlich nur mit Humor nehmen – oder mit Weiterentwicklung reagieren.«

Hier eine Gegenüberstellung der Dunckelfeld-Website und des WordPress-Templates:

 


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