Best of TYPO 2011 – fünfter Teil

Der letzte Tag der TYPO hat begonnen. Beschaulich fängt er an – und nimmt erstmal ordentlich Fahrt auf.



Als Erik Spiekermann ihn einlud, auf der TYPO zu sprechen, sagte der britische Verleger Robin Kinross erstmal ab. Das sei nicht sein Ding. Doch Spiekermann überredete ihn, sagte, er sei in ein paar Tagen in London und dann könnten sie zusammen die Fotos machen.

Und das sei genau das worüber er reden wolle, erklärt Kinross. Über Teamwork. Kooperation. In kleinen Gruppen und perfektem Zusammenspiel arbeiten, so dass man am Ende nicht mehr genau weiß, was von wem kommt. Kinross tut dies mit Hyphen Press seit Jahrzehnten: mit einer Handvoll Menschen verlegt er Bücher über Typografie und Design. Er spricht davon, was Editing für ihn bedeutet und über gestalterische Entscheidungen: wie macht man den Inhalt sichtbar? Werden die Bilder gebündelt oder über das Buch verteilt? Farbiges Papier verwand? Illustrationen? Und und und…

Ein beschaulicher Vormittag, der mit Michael Johnson, Kreativdirektor von Johnsonbanks dann reichlich Fahrt aufnahm. Von an dem angeblichen Hangover, den er sich beim Speaker’s Dinner am Abends zuvor mit April Greiman angelacht haben will, keine Spur. Rasant führt er durch das Universum von Johnsonbanks – zu dem Logo, dass sie für swanswell, einer Organisation, die Alkoholikern und Drogenabhängigen hilft, gemacht haben und für das sie den Schriftzug zur Hälfte zerknitterten. Und auch mit den Visitenkarten funktioniert das: holt ein Mitarbeiter sie heraus, zerknittert er sie zur Hälfte bevor er sie übergibt.

Briefmarken haben sie zum selbst zusammenkleben entworfen und Beatles-Alben zu 1 Pence-Stamps gestapelt. Gstalpelt ist auch die großartige CI für The Pew Center for Arts & Heritage in Philadelphia und ihre gesamte Arbeit sowieso äußerst dynamisch. Auch das Logo für das British Film Institute, das »bfi«, das sie mit einem schweifenden Logo aus der Lethargie und ins digitale Zeitalter geholt haben.

Aber die Projekte gehen auch in ganz andere Richtungen: Mit »Phonetikana« visualisiert Johnson die Phonetik der japanischen Sprache, indem er die Schriftzeichen um deren Aussprache verlängert, in den »Mandagrams« wird Mandarin zum besseren Verständnis mit Piktogrammen verbunden. Krönender Abschluss: das Logo für das Londoner Sciencemuseum – und das passende Merchandise samt der Tasche »The Big Bag Theory«.

Ein toller Ride!




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