Best of TYPO 2012 – Der Start

Soziale Verantwortung, nachhaltiger Erfolg und geschwäbelte Selbstironie: die TYPO 2012 mit dem Thema »sustain« hat begonnen.



Soziale Verantwortung, nachhaltiger Erfolg und wunderbare geschwäbelte Selbstironie: die TYPO 2012 mit dem Thema »sustain« hat begonnen.

Vieles hat sich auf der TYPO 2012 verändert sagt Jürgen Siebert zur Begrüßung auf der dreitägigen Berliner Konferenz, dass die Typo mit Ablegern in San Francisco und London internationaler geworden ist – und auch die Richtung, die die dreitägige Veranstaltung »sustain« mit dem ersten Talk eingeschlagen hat ist nachhaltig: Bernd Kolb, ehemaliger Vorstand für Innovation bei der Deutschen Telekom und Gründer des Thinktank »Club of Marrakesh«, appelliert eindringlich Lebensstil und Konsumverhalten zu verändern.

19% der Weltbevölkerung machen die Europäer aus, besitzen aktuell 85% aller Dinge auf der Welt und verbrauchen 89% aller Ressourcen. Mit Hilfe zahlreicher Statistiken prangert er Global Warming, Naturkatastrophen, Artensterben, die Wasserknappheit und den Kampf um Rohstoffe an und ruft zu bewusstem Sein auf. Dazu, nicht länger Verbraucher zu sein, sondern Gebraucher zu werden, Gegenstände wie Bohrmaschinen oder Autos zu teilen, sozialen und ökologischen Profit als genauso wichtig einzustufen wie monitären, sich nicht auf das »Haben«, sondern auf das »Sein« zu konzentrieren und als Konsument auf langlebige Produkte zu setzen – und auf Mut!

Begeisterte Pfiffe und lang anhaltender Applaus, bevor die britische Designerin Morag Myerscough ihre großartigen Projekte zeigt, bei denen sie Schulen in kunterbunte Orte, an denen Selbstbewusstsein gedeihen kann, verwandelt, Krebsstationen in »Happy Places«, soweit sie das sein können, und Ausstellungen in Erlebniswelten. Die in ihren Projekten mit vorhandenen Situationen umgeht, die Einrichtung schon mal auf ebay ersteigert und Leitsysteme mit Stencils sprüht. 

Um nachhaltig erfolgreiches Design – und um ihr Buch »Good Design is a Tough Job« – geht es bei Kirsten Dietz von Strichpunkt bevor Andreas Uebele sich herrlich selbstironisch durch die Projekte seines büro uebele schwäbelt, klarstellt, dass ihm zu dem Thema Nachhaltigkeit nicht richtig was eingefallen sei und zeigt wie sein Büro den Bundesadler neu erfand, einen Strom-Konzern mit literarischen Verweisen auf Flüsse, auf Ströme eben, gestaltete oder die adidas Zentrale in Bewegung gerieten ließ.

Am Ende dann ging es mit Paula Raché und Aart van Bezooyen unter dem Motto »It’s not easy to be green« auf eine kurzweilige Reise um die Welt, auf der die beiden nachhaltige Lösungen in Südamerika und Asien erkundeten, die von »Save Energy«-Plakaten in Japan zu Plastik-Wasserflaschen-Verboten in Australien reichen.

Wir sind freudig gespannt, was uns in den nächsten zwei Tagen auf der TYPO 2012 erwartet, die bisher einen Mix aus gestandenen Agenturen mit preisgekrönten Projekten und kleinen eher ungekannten Initiativen geboten hat – und Kampfgeist.




Das könnte Sie auch interessieren

Kommentieren

Einfach mit dem PAGE Account anmelden oder Formular ausfüllen

Name *

Email *

*Pflichtfeld

Ihr Kommentar *