BDG Business Basics: Welche Qualitäten brauchen Designer langfristig?

Sie sind in einer Agentur angestellt und Sie fragen sich, was sein wird, wenn Sie ein höheres Alter erreichen? Christian Büning verrät Ihnen hilfreiche Tipps …



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Winne, 32: Ich bin seit etwa sechs Jahren in einer mittleren Agentur angestellt und frage mich manchmal, wie es wohl weitergehen soll. Momentan läuft alles super, mir macht 
die Arbeit große Freude, aber ich kenne kaum angestellte Designer, die älter als 50 Jahre sind, und mache mir Sorgen, wie meine Zukunft aussieht. Gibt es da eine gute Strategie?

Christian Büning:
Liebe Winne, Ihr Eindruck täuscht Sie nicht. Laut un­se­ren Umfragen können Sie die Pro­­zent­zahl der angestellten Designer, die über 50 sind, mit einer Hand problemlos zeigen (es sind 3 Prozent, um genau zu sein). Leider gibt es keine belastbaren Zahlen, wo diese Designer alle geblieben sind. Vermutlich haben nicht wenige ein eigenes Büro eröffnet oder sind zum Partner innerhalb der Agentur geworden und damit nicht mehr angestellt.

Es gibt jedoch Qualitäten, die einen Designer langfristig attraktiv werden lassen – nicht nur im Agenturbetrieb. Dazu gehören nicht nur ein gut trainier­ter Gestaltungsmuskel und eine schnel­le Auffassungsgabe, sondern vor al­lem kaufmännische Kenntnisse und Erfahrung im Projektmanagement.
Der Designer, dem man guten Gewissens ein komplettes Projekt samt Budgetie­rung anvertrauen kann, ist in einer Agentur deutlich weniger entbehrlich als der, der lediglich Hilfslinien aufziehen kann.

»Bieten Sie sich doch einfach beim nächs­ten Auftrag für die komplette Be­treu­ung an«

Projektmanagement und -steuerung sind zudem Disziplinen, in denen Erfahrung wichtiger ist als Trendgespür und Zeitgeist. Sie werden also mit der Zeit immer besser darin und können nützliche Fähigkeiten vermeh­ren. Bieten Sie sich doch einfach beim nächs­ten Auftrag für die komplette Be­treu­ung an, wenn Sie bisher noch kein Projektmanagement übernommen haben.

Oder fragen Sie Ihren Arbeitgeber, ob dieser Sie mit einer Fortbildung unterstützt. Je nach Wohnort veranstalten auch die Agentur für Arbeit oder die IHK ein passendes Seminar. Ihr Arbeitgeber kann diese Ausgaben vollständig als Betriebsausgabe geltend machen. Dazu gibt es nicht selten Förderungen vom Staat.

Auch wenn es banal klingt, hilft es für den Anfang, den Wirtschaftsteil der Zeitungen zu lesen. Als Gestalter sind Sie immer auf kaufmännisches und organisatorisches Wissen angewiesen – egal, ob als Angestellter oder als Freiberufler. Je besser Sie sich dort auskennen, desto länger werden Ihre Leistungen nachgefragt. Damit können Sie rechnen.


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Christian Büning
Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Kommunikationsdesigner/
PAGE Kolumnist »Business Basics«

info(at)bdg-designer.de
http://www.bdg-designer.de

Christian Büning ist Inhaber des Büro Büning Informationsgestalter und Gründer des Werkstoff Verlags. Er ist Autor der BDG Gründerfibel und schreibt in der PAGE monatlich für Designunternehmer. Im BDG engagiert er sich für faire Märkte und professionelle Teilnehmer, seit 2011 in der Funktion als Präsident. Er ist leidenschaftlicher Fan von schematischen Zeichnungen und kann sich oft stundenlang nicht zwischen der Unit und der Droid Sans entscheiden. Christian Büning lebt und arbeitet in Münster – mit Fahrrad, natürlich.

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