Wie zwei Designer aus einer Foto-Reportage-Reise eine Website machten

Laura Bernhardt und Benjamin Tafel besuchten mit der Kamera traditionelle griechische Handwerker – und präsentieren ihre Erlebnisse auf einer tollen Website.



 

Überall bei uns schießen hippe Manufakturen aus dem Boden – Handarbeit übt im digitalen Zeitalter wieder große Faszination aus. In Griechenland gibt es noch viele traditionelle Handwerker: ob Korbflechter, Sonnensegelnäher, Sattler, Bootsbauer, Gebetskettenknüpfer, Metallgießer oder Stuhlmacher, die für Tavernen jene Sitzgelegenheiten machen, auf denen wir alle schon gemütliche Abende verbracht haben.

Laura Bernhardt und Benjamin Tafel sind solchen Handwerksbetrieben schon oft begegnet. »Wir beide sind seit unserer Kindheit persönlich eng mit Griechenland verbunden«, erklären die Kreativen. »Durch zahlreiche Reisen kennen wir die Gegend des Pilions und der Nördlichen Sporaden sehr gut.  Handwerksbetriebe in Griechenland waren für uns in der Kindheit sehr präsent. Wir beide beobachten jedoch seit ein paar Jahren, dass diese mehr und mehr zu verschwinden scheinen. Daraus entstand das Bedürfnis, etwas sichtbar zu machen, das nur noch spärlich sichtbar ist.«

Mit der Website From Hand to Hand ist das wunderbar gelungen. Angenehmerweise ging es den beiden nämlich nicht um Nostalgie, sondern darum, was Low-Tech in Zeiten ökonomischer Krisen bedeuten kann und wie sich Kleinbetriebe angesichts schwindender Aufträge behaupten – also eher um die Wiederentdeckung von handwerklich gefertigten Produkten und ihrem Potenzial für die Zukunft.

 

 

Interessante Erfahrungen machten Laura Bernhardt und Benjamin Tafel auch bei der Recherche. »Für das Projekt war Mundpropaganda wichtig. Mit einer Online-Recherche kommt man bei diesem Thema und vor allem in Griechenland nicht weit. Da hilft es, nur vor Ort zu recherchieren und über persönliche Kontakte Tipps einzuholen. In unserer Zeit des Digitalen war dies für uns eine Rückbesinnung auf Arbeitsweisen der Recherche, wie wir sie heute in unserem Alltag nur noch selten vorfinden.«

Über Benjamin Tafel haben wir hier schon berichtet. Und zwar über die Stadtbildbände, die er vor Jahren mit Dennis Orel bei Hatje Cantz herausbrachte, vor allem das sehr erfolgreiche »Berliner Luft«. Seine Zusammenarbeit mit Laura Bernhardt erweist sich nun als ebenso fruchtbar.

»Wir arbeiten zwar beide in kreativen Berufen, kommen aber aus unterschiedlichen Bereichen«, so Benjamin Tafel. »Lauras Background ist im Produktdesign und New Media, ich komme aus dem Bereich Grafik und Fotografie. Lauras Arbeit beschäftigt sich mit dem Herstellen von Verbindungen zwischen z.B. Handwerk und Design, Low Tech und High Tech, Kunst und Design. Mich interessieren Menschen und ihre Geschichten, das Porträt, der Mensch in Bezug zu ihrer Umwelt.«

Finanziert wurde das Projekt übrigens zu einem großen Teil von der VG BildKunst. Wie es dazu kam? »Über ein offizielles Bewerbungsverfahren bei der Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst zur Förderung eines Rechercheprojektes. Insgesamt werden bei dieser Förderung bis zu 80% der Reisekosten durch die Stiftung getragen. Die restliche Summe sowie unsere gesamte Arbeitszeit haben wir als Autoren getragen und investiert.«

 


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