Wie man mit großartigen Illustrationen die Gefahren von Ebola erklärt

Für die Oscars des Netzes, The Webby Awards nominiert: die Webdoku »Mawah – Als Ebola in unser Dorf kam«, die von den großartigen animierten Illustrationen von Eugen Schulz lebt.



Ebola und die Folgen in Liberia

Im Januar 2016 lief auf arte die Dokumentation Ebola. Das Virus überleben von Regisseur Carl Gierstorfer und der Journalistin Laura Salm-Reifferscheidt, die in ganz unmittelbaren Bildern und ganz nah an den Menschen dran, von der Epidemie erzählt.

Parallel dazu entstand die Webdoku Mawah – Als Ebola in unser Dorf kam in der die Bewohner des Dorfes Mawah selbst erzählen, was in ihrem Dorf geschah, von ihren Ängsten berichten, ihren Verlusten und Hoffnungen, davon, wie das Virus ihr Leben verändert hat und wie sie überlebten.

Das ist nicht nur so interessant, weil einmal nicht die Perspektive von Außen eingenommen wird, sondern die Menschen und ihre Schicksale selbst im Mittelpunkt stehen. Es sind die Geschichten von Viktoria, Morris und Papi, der seinen besten Freund nicht im Stich lassen wollte und dann selbst erkrankte und mit seiner Mutter verjagt wurde. Sie sind berührend und intim, erzählen darüber hinaus von der Geschichte des Virus selbst und wie man solche Epidemien verhindern kann.

Zu interaktivem Leben erwacht das alles mit Illustration des Berliners Eugen Schulz, der seine beeindruckende Collage-Technik, auf die Animationen übertrug und der Webdoku ein ganz eigenes, so kunstvolles wie informatives Gesicht gibt.

Auf rauem, steinern wirkendem Untergrund verbindet er Fotos und Zeichnungen, Realität und Interpretation und versieht sie mit Farbklecksen und Verläufen, die sich auch mal in Absperrbänder verwandeln und so zum nächsten Kapitel überleiten. Es setzen sich Landschaften und Kontinente zusammen und bauen sich Sendetürme auf, als es um Rolle des Radios in Sachen Aufklärung geht. Man sieht gezeichnete Pick-Up-Trucks auf denen die Kranken transportiert werden, vermummte Hilfsteams und Ähren, die sich im Wind wiegen und einen Toten verbergen und dazu erzählen sie von verlorenen Ernten und gebrochenen Herzen und den Therapiemöglichkeiten.

Es überrascht nicht, dass Mawah – Als Ebola in unser Dorf kam für The Webby Awards, die Oscars des Netzes, als beste Website in der Kategorie Wissenschaft nominiert wurde. Heute noch kann man für sie abstimmen.

Mehr zum Thema: Keine Panik! Gemeinsam mit Wissenschaftlern entwarf Elastique ein Pandemie-Toolkit in PAGE 11.2015.




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