»War Porn«

Kriegsfotografie oder Kriegspornografie? Fotograf Christoph Bangert zeigt in einem Buch schockierende Bilder, wie wir sie sonst nicht zu sehen bekommen.



 

Kriegsfotografie oder Kriegspornografie? Fotograf Christoph Bangert zeigt in einem Buch schockierende Bilder, wie wir sie sonst nicht zu sehen bekommen.

Kriegsfotografie, die den Weg in die hiesigen Printmedien findet, ist meist auf eine ganz bestimmte Weise geschönt. Die physische Verwüstung durch den Krieg wird nur in halbwegs erträglicher Form gezeigt. Zudem bevorzugen Bildredakteure und Juroren von Foto-Awards solche Motive, die starke Gefühle und hochästhetische Kompositionen verbinden. Es sind in der Regel perfekte, beeindruckend schöne Aufnahmen, die uns da serviert werden.

Doch die Bildauswahl durch die Medien, so Fotograf Christoph Bangert, ist nur eine Form der Zensur, die die viel hässlichere Realität des Krieges ausblendet. Lange davor übt der Fotograf eine Selbstzensur aus: So stellte Bangert fest, dass er sich nicht mehr erinnert, manche Bilder im Buch gemacht zu haben. Und am Ende findet noch eine dritte Zensur beim Betrachter statt.

Hier also nun eine komplett unzensierte Sammlung von Fotos, die Christoph Bangert in den letzten zehn Jahren in Afghanistan, Irak, Indonesien, Libanon und Gaza geschossen hat. Die Gestaltung lässt das Büchlein mit Pappeinband, offenem Rücken und Schreibmaschinen-Typo auf dem Cover wie ein handgemachtes, privates Journal wirken. Wobei einige Doppselseiten im Buch ungeschnitten sind – der Leser kann selbst entscheiden, ob er die Perforation öffnen will, um sie anzuschauen.

Christoph Bangert: War Porn

Gestaltet von Teun van der Heijden, Chiho Bangert, Klaus Kehrer
Festeinband, 12 x 16 cm
192 Seiten, 98 Farbabbildungen
Englisch
ISBN 978-3-86828-497-3 
Euro 29,90
Kehrer Verlag

 

 




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