Vom echten zum urbanen Urwald

 



Was Olaf Otto Becker auf den Reisen für seinen Urwald-Fotoband erlebte, erinnert streckenweise an einen Krimi.

Die Begegnungen mit wütenden wilden Elefanten oder neugierigen Schlangen waren keineswegs die gefährlichsten Abenteuer, mit denen sich Olaf Otto Becker bei der Entstehung des wunderschön-erschreckenden Fotobandes mit dem etwas akademisch anmutenden Titel »Reading the Landscape« konfrontiert sah. Viel unangenehmer waren Situationen in illegalen Rodungsgebieten bolivianischer Coca-Bauern oder beim illegalen Kahlschlag in Malaysia, wo eine Palmölfirma Tausende von Hektar Urwald abholzt … Ungebetene Besucher sind dort nicht gerne gesehen.

Nachzulesen sind Beckers Erlebnisse und Überlegungen auf dem Fotoblog des Verlags Hatje Cantz, bei dem das Buch jüngst erschien. Einen Monat lang schrieb Becker dort eine Vielzahl von Beiträgen, beginnend am 1. September.

Im Buch selbst stehen die Bilder im Mittelpunkt – in drei großen Kapiteln. Das erste zeigt fast schon märchenhaft anmutende Fotos aus unberührten Urwäldern in Asien, aber auch im kalifornischen Redwood Park mit seinen urtümlichen Baumriesen. Der zweite Teil dagegen ist schwer erträglich, hier ist pure Verwüstung zu sehen. 

Im dritten Teil sehen wir vielleicht die Zukunft des Zusammenlebens von Mensch und Natur – in die Architektur eingebundene High-Tech-Gärten wie sie heute in Singapur schon existieren. Eine neue Symbiose des Stadtbewohners mit der Pflanzenwelt? Oder ist Natur da nur noch nach Menschenwillen geformte Deko? 

 

Olaf Otto Becker
Reading the Landscape

Text von William Ewing, Gestaltung von Olaf Otto Becker

Deutsch, Englisch

2014. 160 Seiten, 85 Abb.

34,80 x 27,80 cm
gebunden

ISBN 978-3-7757-3854-5

Verlag Hatje Cantz




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