Plug & Play: Liebesspiel

Michael Freis herrlicher und mit internationalen Preisen überhäufter Animationsfilm »Plug & Play« erscheint jetzt als Game. Es geht nicht um nicht weniger als die Liebe, beschreibt der Animationskünstler dessen Inhalt.



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Bereits der erste Kurzfilm des Animationskünstlers Michael Frei »Not about us« von 2012 schaffte es auf Vimeo umgehend, mit dem Siegel Stuff Pick ausgezeichnet zu werden – und kurz darauf begann Frei an der Arbeit zu »Plug & Play« – und hatte dabei bereits im Hinterkopf, dass daraus ein kleines Computerspiel werden könnte.

Und zwar eins, dass den Zuschauern, die so gerne eigenständig in der Handlung herum springen, etwas Spielraum gibt. Gleichzeitig aber sollen sie Teil des Ganzen werden und so müssen sie mit dem Geschehen interagieren, wenn sie sich in ihm bewegen wollen.

Um das Spiel zu entwickeln, arbeitete Frei mit dem Schweizer Game-Entwickler Mario von Rickenbach und dem Etter Studio (hier im PAGE Porträt) zusammen, die gemeinsam bereits das Game Drei auf den Markt gebracht haben, ein Kabinettstückchen bei dem man mit schönsten Figuren gegen die Schwerkraft kämpft.

Gerade mal auf eine handvoll kleiner Objekte ist »Plug & Play« reduziert und da sich alles auf sie konzentriert, müssen sie sich besonders perfekt bewegen.

»Wir haben viel Zeit darauf verwendet, das Prototyping für die perfekte Balance zwischen menschlicher und Computer gezeichneter Animation zu finden«

sagt Mario von Rickenbach. Eine besondere Herausforderung dabei war, eine lineare frame-by-frame Animation mit 12 Bildern pro Sekunde in eine interaktive Animation zu übertragen.

Da Frei in der Produktionsphase viel unterwegs war und nicht mit Stift und Papier arbeiten konnte, hat er jedes einzelne Bild mit dem Zeigefinder auf dem Trackpad seines Laptops gezeichnet. Der Bezug zu dem Wort digital, das von dem lateinischen Wort digitus für Finger kommt, war dabei zusätzlich interessant. Wurden Finger einst genutzt, um zu zählen und bezieht sich der Begriff darauf, ist es eine interessante Rückkopplung, seinen Finger zu benutzen, um einen digitalen Film entstehen zu lassen.

Überhaupt hat Frei einen besonderen Bezug zu Händen. Während der emotionale Ausdruck in Filmen häufig auf das Gesicht fixiert ist, mag er vor allem die Ausdrucksstärke von Händen, konzentriert sich ganz auf sie und verzichtet deswegen auch darauf, Gesichter zu zeichnen.

Was entsteht ist ein uniquer Stil, ganz reduziert, schwarzweiß und doch komplex, der ganz eigene narrative Formen entstehen lässt.

Heute erscheint »Plug & Play für iPad« und iPhone im Apple Store und ist bereits jetzt für den IGF Award auf der Game Developers Conference 2015 in San Francisco nominiert.

PLUG & PLAY – Trailer from Michael Frei on Vimeo.




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