Millionen kostenlose Bilder bei Getty Images

Im Interview erklärte uns Craig Peters von Getty Images, warum und für wen es fortan bei der weltgrößten Bildagentur Millionen aktueller Gratisbilder gibt. 



Keine Abmahnungen und keine Urheberrechtsverletzungen mehr? Die Nachricht, dass Getty Images fortan große Teile seines Bildbestandes zum kostenlosen Embedden bereitstellt, kommt einer kleinen Revolution gleich. Wir sprachen mit Craig Peters, Senior Vice President Business Development, Marketing and Content, über diesen radikalen und womöglich in der gesamten Bildbranche trendsetzenden Schritt. 

Was für Material ist es genau, das sich fortan bei Getty kostenlos nutzen lässt?

 

Alles von Kreativbildern bis hin zu News, Sport und Entertainment. Was an aktuellen Bildern hereinkommt, wird bereitgestellt. So kann etwa ein Blogger, der die Oskar-Verleihung verfolgt, direkt Fotos eines Stars in seinen Artikel einbinden. 

Kostenlos ist das Material also nur für Blogger? 

 

Für jedermann, der eine nicht kommerzielle Website, Blog oder Social-Media-Seite hat. Was nicht bedeutet, dass dort keine Werbung sein darf. Aber die Site darf nicht der Promotion eines Produkts, einer Firma oder eines Services dienen. Bisher haben wir dabei Kooperationen mit Twitter, Tumblr und WordPress. 

Nur mal als Beispiel: Würde PAGEonline also auf WordPress als Content-Management-System basieren, könnten wir Getty-Bilder kostenlos nutzen?

 

Diese Entscheidung überlassen wir dem Publisher. Die Nutzung funktioniert ja per Embedding, das heisst nach wie vor hostet Getty Images das Bild und nicht der Publisher. Das Bild lässt sich weder beschneiden, noch in Bildergalerien einbinden. Und vom Bild aus führt ein Link auf unsere Website. Ein Publisher wie die »New York Times« würde da wohl eher nicht auf das Embedding zurückgreifen, sondern nach wie vor eine Web-Lizenz erwerben. Das Modell spricht eher jene an, die aus vor allem Leidenschaft Inhalte im Web publizieren.

Warum hat Getty entschieden, diesen Schritt zu tun?

 

Heutzutage ist fast jeder ein Publisher und braucht visuellen Content. Wir wollen ihn so vielen Menschen wie möglich zugänglich machen. Fakt ist ja zudem, dass viele Leute diese Bilder bereits nutzen, sie sich durch den berühmten Rechts-Klick aneignen – ohne dass der Rechteinhaber etwas davon hat. Wir versuchen es möglich zu machen, dass jeder Bilder teilt und publiziert, aber gleichzeitig der Rechteinhaber noch davon profitiert. 

Indem jedes Bild durch Embedding direkt auf die käuflich erwerbbare Datei verlinkt ist, könnte man im Grunde also auch von einer gigantischen Werbeaktion für Getty-Bilder sprechen?

 

Das kann man so sehen – was wohl ein fairer Entgelt für die Nutzung des Bildes ist! Schauen Sie sich doch an, wie der Musikmarkt aussah, bevor es iTunes oder Spotify gab: Die Leute haben die Dateien gestohlen. Ganz ähnlich wollen wir eine Alternative bieten, damit sich Bilder legal nutzen lassen. Die Art, wie im Web massenweise Bilder geteilt werden, ändert sich nicht mehr, dieser Realität muss man sich stellen. Und wir denken uns, je mehr Leute mit uns und mit unseren Bildern arbeiten, desto besser. 

Wie funktioniert das Embedding? Einfach wie gewohnt im Getty-Bildarchiv suchen und statt eine Lizenz zu erwerben, eben den Embed Code kopieren?

 

Genau. 




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