Letzte Ausgabe von »Orang«!

Alle guten Dinge sind zehn, sagt Sascha Hommer – und lässt das Comic-Magazin »Orang« zum letzten Mal zu Hochform auflaufen. Wir haben mit ihm über die Hintergründe gesprochen. 



Hat die Welt genug »Orang« gehabt?

Sascha Hommer: Ob die Welt genug »Orang« hatte, weiss ich nicht. Aus unserer Sicht ist die zehnte Ausgabe ein runder Abschluss. Einige Gründe, warum wir angefangen oder bisher weitergemacht haben, sind wegfallen. Ganz am Anfang wollten wir uns als Studenten selbst eine Plattform schaffen, inzwischen publizieren viele von uns eigene Bücher und haben auch längst gelernt, wie man das professionell macht. Ein weiteres Ziel war es, die deutsche Zeichnerszene in einen internationalen Kontext zu stellen und zu schauen, ob das Bestand hat. Da haben wir ein bißchen was geleistet. Inzwischen verkaufen Verlage wie Reprodukt aber auch gut ins Ausland.

 

Und repräsentieren dort die hiesige Szene. Schade bleibt aber doch, dass es »Orang« nicht mehr als anspruchsvolle deutsche Comic-Anthologie gibt.  

Im deutschsprachigen Raum gibt es das traditionsreiche »Strapazin«, seit über 25 jahren ein richtiges Periodikum, dessen Herausgeber im Schnitt aber wesentlich älter sind. Oder das Zeichnerinnen-Magazin »Spring«. Und diverse kleinere Projekte, die noch keine grössere Öffentlichkeit bedienen. 

 

Ein regelmässig erscheinendes Magazin mit Werbeanzeigen wie »Strapazin« wolltet Ihr nicht machen?

Solch ein laufender Betrieb wäre eine Überlegung gewesen. Aber diese Normalität ist nicht das, was wir möchten. Wir wollen immer neues Terrain betreten. Ausserdem haben die »Orang«-Macher immer weniger Zeit. Zwischen letzter und vorletzter Ausgabe liegen zwei Jahre, das ist zu lang. Und wenn etwas wegfällt, entsteht schließlich für andere ein Freiraum, um etwas zu machen.

 

Ihr würdet Euch also als Erste freuen, wenn andere ein neues Magazin in Leben rufen. Was machst du persönlich derzeit so?

Ich habe diverse eigene Bücher veröffentlicht, Workshops für das Goethe-Institut gemacht und zeichne für die neue Zeitschrift »New Scientist« wöchentlich einen Strip. Ausserdem gehöre ich zu den Organisatoren des Comicfestivals Hamburg.

 

Letztes Jahr wieder ein sehr gelungener Event, wir hoffen, es geht 2013 weiter!

Auf jeden Fall. Auch wenn der Termin noch nicht ganz klar ist, aber er wird wohl auch um den September herum liegen. 

Und wann finden die Release-Parties von »Orang #10« statt?

Ende Januar veröffentlichen wir auf unserer Webseite Termine zu Releaseveranstaltungen in Berlin, Hamburg und Leipzig.

 

Orang 10: Heavy Metal

172 Seiten, schwarzweiss & farbig, 21 x 24 cm, Softcover 

ISBN 978-3-943143-48-5

EUR 18,00 

Reprodukt Verlag Berlin




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