Fragwürdiges von Karl Lagerfeld

In der Hamburger Kunsthalle eröffnet demnächst eine Ausstellung mit Fotos von Karl Lagerfeld. Wir sind gespannt, wie sie ankommt ...



Eigentlich bin ich ein richtiger Fan von Karl Lagerfeld, nicht nur als Modedesigner: Er ist intelligent, er ist witzig und er scheint auf bewunderungswürdige Weise die ewige Jugend gepachtet zu haben. Doch was die Hamburger Kunsthalle von 21. Februar bis 15. Juni zeigt, wird nicht jeden überzeugen.

 

»Feuerbachs Musen – Lagerfelds Models« heißt die Ausstellung, die grundsätzlich auf einer interessanten Idee beruht. Es geht darum, klassische Malerei des 19. Jahrhunderts aktueller Fotografie gegenüberzustellen. Zum einen sind da vierzig Gemälde von Anselm Feuerbach, der um 1860 seine Musen in einer am antiken Schönheitsideal angelehnten Anmutung malte. Zum anderen setzte Karl Lagerfeld eigens für die Ausstellung die antike Love-Story des Hirtenpärchens Daphnis und Chloe mit einigen seiner Musen bzw. Lieblingsmodels um. 

 

Die Fotos sind schonmal in der Bildergalerie unten zu sehen, in der Ausstellung wird Lagerfeld seine »Moderne Mythologie« laut Kunsthalle als »Rauminstallation mit Text, gesprochenem Wort, einer Geräuschkomposition und großformatigen Leindwandgobelins in Acrylfototechnik« präsentieren. Vielleicht wirkt das ja dann ganz gut, ebenso wie das von Steidl geplante Buch. Die Fotos selbst jedenfalls entsprechen zumindest nicht meinen Ideal von zeitloser Schönheit, um das es in der Ausstellung angeblich geht. Dafür sehen sie viel zu sehr nach Eighties aus – ein Jahrzehnt, das in vieler Hinsicht als einer der Tiefpunkte des guten Geschmacks gelten kann … Und für eine – und sei es auch nur erotisch – inspirerende Liebesgeschichte sehen Daphnis und Chloe viel zu selbstverliebt aus. Sorry, Karl!

 

 

Feuerbachs Musen – Lagerfelds Models, 21. Februar bis 15. Juni 2014, Hamburger Kunsthalle

 

 

 

Longos. Daphnis und Chloe

Mit Fotografien von Karl Lagerfeld

128 Seiten 13,5 x 21,0 cm

In der Übersetzung von Friedrich Jacobs

Leineneinband mit Acetatumschlag, LesebŠndchen

Januar 2014

€ 15,80 / SFr 22,90

ISBN 978-3-86930-756-5

 




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