Eindrucksvolle Bildwelten, dämliche Kampagne?

Mit einer fragwürdigen Werbebotschaft kommt diese Kampagne für das Wirtschaftsmagazin »Forbes« daher



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Aussterbende Tiere, ein von Plastikmüll verseuchtes Meer, abgeholzte Wälder und ein Mega-Slum – die Digital Artists von Carioca Studio aus Rumänien haben beeindruckende Bildwelten geschaffen, um die Probleme unseres Planeten darzustellen. Allerdings verwundert uns, was die Agentur Y & R Prag daraus macht: Sie listet auf den Werbebildern fein säuberlich auf, wie wieviel es angeblich kosten würde, diese Probleme zu beseitigen – und zieht daraus den Schluss: »The World needs more billionaires«.

Zu sehen sind dann Cover mit Bildern von Superreichen wie Bill Gates, Warren Buffett oder Mark Zuckerberg, die ja bekanntlich alle ihr Geld auch für den guten Zweck einsetzen. Die Kampagne wolle zeigen, dass »Forbes« jeden inspirieren kann, diesen prominenten Milliardären nachzueifern – zuerst beim Reichwerden und dann beim Engagement dafür, »unsere Welt zu einem besseren Ort zu machen«.

Nur eine witzig gemeinte Provokation oder der klägliche Versuch, die wachsende Ungleichheit der Vermögensverteilung in die Lösung des Problems umzumünzen? Oder handelt es sich gar um einen ernstzunehmenden Aufruf an alle Reichen, etwas für unseren Planeten zu tun? Potential wäre vorhanden. Das »Handelsblatt« stellt kürzlich fest: »Die reichsten 62 Menschen der Welt besitzen zusammen genauso viel Vermögen wie die 3,5 Milliarden ärmsten Menschen«.





Ein Kommentar


  1. Matthias Flehl

    Für eine Satire-Kampagne kommen die Themenbilder viel zu artig, ja geradezu opulent daher.

    Worauf auch immer diese Kampagne abzielt. Eines steht fest: Milliardäre lösen keine Probleme, sie verursachen und verschärfen sie.

    Wenn ich erst den Regenwald abholze, um mit dem Handel von Tropenholz Milliardär zu werden und mich dann später als der Retter der Menschheit oder des Planeten hinzustellen, weil ich den Regenwald wieder aufforste (was gar nicht geht, da Forstwirtschaft Kulturwäder im Gegensatz zum ultrakomplexen Ökosystem Regenwald) wird ja wohl jedem klar, dass man einfach mal gar nicht erst anfangen sollte, Milliardär werden zu wollen.

    Erst Zerstören um dann zu Heilen?!?

    All unser menschliches Wirtschaften, jede neue technische Errungenschaft, der Fortschritt in der Medizin und alles andere, was mir Menschen kulturell hervorbringen bedingt einen unumkehrbaren Eingriff in Raum und Zeit – konkret in die Umwelt, also die Natur unseres Planeten, in der wir untrennbar integriert sind.

    Je weniger wir Wirtschaften, je weniger Umsatz und Gewinn generiert wird, je weniger Menschen so wenig wie möglich an Ressourcen berbrauchen, desto besser und nachhaltiger ergeht es uns und unserer Umwelt; desto weniger Probleme entstehen erst gar nicht; und wenn, dann in verträglichem Maße.

    Mehr Milliardäre, die mehr Vermögen akkumulieren, entziehen der restlichen Menschheit und der Umwelt um so mehr Lebensenergie! So wird der Systemkollaps nicht abgewendet sondern beschleunigt.


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