Global kreativ

Ab sofort im Handel: PAGE 03.2006



Editorial:Global kreativ

 

Die Welt steckt voller Ideen. Man muss sie nur finden. Wie der südenglische Student zum Beispiel, der mit seiner Website www.milliondollarhomepage.com ein Vermögen machte. Seine Idee? Eine Site ins Netz stellen und jeden der Millionen Bildpunkte darauf für einen US-Dollar als Werbefläche an Unternehmen in aller Welt verkaufen. Als er 999 000 Dollar zusammen hatte, versteigerte er die restlichen 1000 Pixel bei eBay als letzte Chance, ein Stück Internetgeschichte zu erwerben. Binnen kürzester Zeit war er Millionär. Kopieren ist übrigens zwecklos! Nachahmer scheiterten selbst mit Dumpingpreisen kläglich.

Tja, Köpfchen ist gefragt! Und das erst recht, wenn wir uns der globalen Herausforderung stellen möchten. Denn bei allen Chancen, welche die weltweite Vernetzung gerade dem Kreativen bietet, das globale Dorf steht jedem offen. Längst ist auch in der Design- und Kommunikationsbranche die Abwanderung von Jobs in Billiglohnländer an der Tagesordnung. Insbesondere die Arbeitsplätze von Me­diengestaltern mit einfach zu erwerbenden Fähigkeiten sind davon betroffen. Bildbearbeiter beispielsweise werden in vielen Märkten benötigt, sind deswegen aber auch überall zu haben. Und längst ist Fernost auch in Sachen Kreation auf dem Vormarsch: Die international meistausgezeichnete Printkampagne des vergangenen Jahres etwa stammt aus Bangkok.

Doch was lernen wir daraus? Dass wir über einzigartige und zugleich universell einsetzbare Fähigkeiten verfügen müssen, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen? Dass die herrschende Innovations- und Imitationsdynamik uns nicht nur die ständige Aneignung von profundem Wissen abverlangt, sondern auch die Kompetenz, dieses auf immer komplexere Aufgabenstellungen anzuwenden? Dass wir uns auf ortsspezifische Kundenwünsche ausrichten und länderübergreifend Networking betreiben müssen? Hoffentlich, denn nur so können wir uns unsere Originalität be­wahren und das Feld unserer Einsatzmöglichkeiten nach­hal­tig erweitern. Ob Global Star oder Local Expert – packen wir unsere Zukunft beim Schopf und entdecken das Land der Ideen (siehe Titelgeschichte ab Seite 20)!

Gabriele Günder,
Chefredakteurin

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