Büro-Melancholie: Frederik Buschs Businessplants

Storytelling von Frederik Busch, der Büropflanzen herrlich tragikomisches Leben einhaucht. Jetzt sind seine Fotografien bei Karl Anders zu sehen.



Ingrid

Sieben Jahre lang schaut Frederik Busch nun schon dort hin, wo sonst wenige Blicke haften bleiben. Auf Büropflanzen, die wenn überhaupt, ziemlich einfallslos im schnöden weißen Übertöpfen untergebracht sind oder einfach in Plastik belassen, die in die Ecke geschoben werden, im Fenster zu grellem Licht ausgesetzt oder im Einmachglas auf die Toilette verbannt.

In Agenturen, Arztpraxen, Kanzeleien und sonstigen Büros spürt der Fotograf die pflanzlichen Kollegen auf, lädt ihr Dasein mit kurzen prägnanten Feststellungen auf, die ganze Geschichten erzählen und sie zu tragikomischen Gefährten machen. Während die Agave Ingrid nicht aufgibt, lehnt sich die Yucca Ute tagträumend aus dem Fenster und bewahrt die Strahlenaralie Albert dank Krafttraining seine aufrechte Haltung.

Es ist ein großes melancholisches Vergnügen, sich auf die Fährte der pflanzlichen Persönlichkeiten zu begeben, die nicht nur von sich selbst, sondern auch viel über ihre menschlichen Kollegen erzählen, über Büroalltag und die funktionalen Räume, in denen wir tagtäglich sehr viel Zeit verbringen.

Bei Karl Anders Büro für Visual Stories in Hamburg St. Pauli, sind seine Businessplants. Fotografische Serie 2008 – 2015 jetzt zu sehen. Eröffnet wird die Ausstellung heute, am 19. Februar um 19 Uhr – und mit Klängen von Days Of Delay.




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