Bio Design

Viele Ideen und Projekte in diesem Buch sind noch Zukunftsmusik, beispielsweise die bio­luminiszenten Bäume, die durch das eingepflanzte Gen einer Leuchtqualle die Straßenbeleuchtung ersetzen.



Viele Ideen und Projekte in diesem Buch sind noch Zukunftsmusik, beispielsweise die bio­luminiszenten Bäume, die durch das eingepflanzte Gen einer Leuchtqualle die Straßenbeleuchtung ersetzen.

Anderswo ist der Einsatz von Biotechnologien im Design schon weiter: An einer living watch, die aus Primärzellen in der gewünschten Form wächst und die Zeit mit oszillierenden Nervenzellen misst, wird am interdisziplinären Bioworks Institute in Brooklyn bereits gearbeitet. Wieder andere Projekte in diesem vom New Yorker Museum of Modern Art herausgegebenen Buch befassen sich künstlerisch mit der Neu­definition von Natur, die wir im Zeit­alter ungeahnter biotechnologischer Möglichkeiten wohl werden vornehmen müssen.

Design mithilfe von Bakterien oder Gentechnik mag sich für Deutsche gruselig anhören. Doch nicht nur in den USA, wo man etwa am avantgardisti­schen ONE Lab der New Yorker School for Design + Science Sommerkurse buchen kann, geht man deutlich unbefangener an die Thematik heran. Auch am Royal College of Art oder Central Saint Martins College of Art and Design wird fleißig experimentiert. Wobei das MoMA selbst die mit E.-Coli-Bakterien bestückten Typoplakate des Niederländers Jelte van Abbema lieber nur online ausstellte, weil sie sogar hinter Glas für die Besucher zu gefährlich schienen …

William Myers: Bio Design. Nature + Science + Creativity.

New York
(MoMa Books) 2012

288 Seiten
50 Dollar

ISBN 978-0-87070-844-2

Städtische Nutzpflanzen, die selbst Biosprit oder direkt weiterverwertbare Fasern produzieren – zwei Visionen aus dem Projekt »Plant Fiction« des Designstudios Troika von Eva Rucki, Conny Freyer und Sebastien Noel




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