Bilder in der Creative Cloud kaufen: das neue Adobe Stock

Ende 2014 hat Adobe den Stockbild-Anbieter Fotolia aufgekauft und dessen Bilder jetzt in die Creative Cloud integriert. Was das für die Arbeit von Kreativen mit Photoshop & Co, aber auch für die Fotografen bedeutet, erklärt Murat Erimel von Fotolia.



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800 Millionen Dollar hat sich Adobe Ende letzten Jahres den Erwerb von Fotolia kosten lassen – nun stellt der Softwaregigant mit der Creative Cloud 2015 auch ein neues Angebot vor: Adobe Stock. Wie funktioniert die Integration der Bilder in die Cloud für die Nutzer der CC-Softwares? Und was bedeutet die neue Anbindung an Adobe für die Fotografen, die ihre Bilder bei Fotolia hochladen? Wir haben Murat Erimel, Marketingchef von Fotolia im deutschsprachigen Raum, in einem Interview gebeten, uns alles ganz genau zu erklären.

 

PAGE: Bei der Präsentation der neuen Creative Cloud stellte Adobe jüngst auch den neuen, dort integrierten Dienst Adobe Stock vor. Handelt es sich dabei durchweg um Fotolia-Material?
Murat Erimel: Das Angebot von Adobe Stock und Fotolia ist nahezu identisch. Nur die bei Fotolia verfügbaren Videocontents stehen aus technischen Gründen innerhalb der Cloud-Applikationen noch nicht bereit, außerdem ist die Infinite Collection, die Material von Partneragenturen enthält, nicht dabei.

Adobe Stock wird also von Fotolia aus bespielt?
Ja, denn Fotolia bringt sein langjähriges Know-how ein, was Content-Akquisition und Community-Management anbelangt.

Wie sieht die Integration in die Creative-Cloud-Programme aus?
Adobe Stock ist mit über 40 Millionen lizenzfreien Dateien tief in die Creative Cloud 2015 integriert, das heisst das Angebot ist direkt aus den Desktop-Anwendungen, wie zum Beispiel Adobe Photoshop CC, Adobe Illustrator oder Adobe InDesign heraus erreichbar.

 

Sobald CC-2015-Nutzer in Adobe Stock eingeloggt sind, können sie Assets – entweder mit Wasserzeichen oder lizenziert – suchen, auswählen und direkt in der Creative-Cloud-Library speichern, wo sie sofort und übergreifend in den Desktop Anwendungen wie Photoshop CC zur Verfügung stehen. Die Creative-Cloud-Libraries werden durch CreativeSync unterstützt: Eine exklusive Technologie, die alle Assets per Fingerzeig verfügbar macht und so den Workflow auf dem Desktop und Mobilgeräten drastisch vereinfacht und beschleunigt.

Können Sie das an einem Beispiel erklären?

Nehmen wir an, ein Designer steuert Adobe Stock von Photoshop aus an und wählt ein Bild, mit dem er arbeiten möchte. Normalerweise würde er das Bild lizenzieren müssen, um damit arbeiten zu können – aber da Adobe den gesamten Prozess kontrolliert, ist das nun nicht mehr notwendig. Stattdessen erhält er ein hochqualitatives, mit Wasserzeichen versehenes Vorschaubild. Er arbeitet damit, um zu sehen, ob es seinen Bedürfnissen entspricht und kauft es, wenn dies der Fall ist. Im Handumdrehen verschwindet das Wasserzeichen und alle seine Bearbeitungen werden auf das lizenzierte hochaufgelöste Bild als Linked Smart Object übertragen. Da man den Gestaltungsprozess nun nicht mehr von vorne beginnen muss, spart man so enorm Zeit.

 

Ist bei den Konditionen für die Kontributoren alles beim Alten geblieben?
Sie haben sich in vielerlei Hinsicht sogar verbessert: Für Bild-Downloads haben wir die bisherigen Kommissionen, die zwischen 20 und 25 Prozent lagen, auf 33 Prozent erhöht. Weiterhin wurde die Gewichtung der Abo-Downloads signifikant erhöht: Zählten sie bisher als ein Viertel-Download für das Fotolia-Contributor-Ranking, gelten sie nunmehr als ganze Downloads. Dadurch gelingt es Kontributoren erheblich schneller, die nächste Stufe des Rankings zu erreichen und höhere Kommissionen auf Credit-Verkäufe zu erhalten. Und um die langjährige Arbeit der Kontributoren zu würdigen, wurden die genannten Abo-Verkäufe sogar rückwirkend neu berechnet, wodurch zahlreiche Anbieter über Nacht in den nächsthöheren Rang hochgestuft wurden.

So macht man sich bei den Kontributoren beliebt.
Adobe legt sehr viel Wert auf die faire Entlohnung der Kontributoren. Adobe Stock stärkt die Bedeutung der Creative Cloud als attraktiven globalen Marktplatz, und zwar nicht nur für Softwarekonsumenten, sondern auch für Produzenten, die dort ihren kreativen Content monetarisieren wollen.

Definiert sich Fotolia also neu?
Natürlich wird Fotolia seinen professionellen Kunden – die ja nicht zwingend in der Creative Cloud arbeiten – weiterhin den gewohnten Service bieten. Ohne Zweifel eröffnen sich viele großartige Möglichkeiten sowohl für Fotolia, als auch für unsere Kontributoren und Kunden: Die Sichtbarkeit und Reichweite für unsere kreativen Anbieter hat sich schlagartig immens vergrößert. Unsere Community-Mitglieder können ihre Portfolios nun in zwei Kollektionen anbieten und einer größeren Anzahl von Kunden präsentieren – den Millionen Fotolia-Nutzern und den Millionen von professionellen Kreativen, die die Adobe Creative Cloud nutzen. Die Kunden beider Services werden eine sich stetig weiterentwickelnde und wachsende Kollektion kreativer Medien nutzen können, da viele neue Künstler, die ihre Werke monetarisieren wollen, Content zur gemeinsamen Datenbank beisteuern werden.




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