Ästhetik des Faschismus

Verstörend schön sind die Bilder, die Johanna Diehl von Bauten des Faschismus in Italien geschossen hat.



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© Johanna Diehl

 

Darf man ganz unvoreingenommen überprüfen, welche Faszination die Ästhetik des Faschismus auf einen ausübt? Die junge Fotografin Johanna Diehl hat dies jedenfalls in Italien getan. Die Diktatoren jener Zeit hatten bekanntlich große städtebauliche Ambitionen. So ließ Benito Mussolini in Sizilien Mustersiedlungen bauen, die bis heute in gespenstischer Verlassenheit in der Landschaft umherstehen. Auch in Rom begegnet einem erstaunlich unveränderte faschistische Architektur. In der Casa Madre dei Mutilati etwa, die zur Ehrung der Versehrten des Ersten Weltkrieges gebaut wurde, lässt sich nach wie vor der ganze Pomp jener Zeit bewundern.

An diesen und anderen Orten hat Johanna Diehl höchst ästhetische Fotos geschossen, die zumindest ahnen lassen, wie die Sogwirkung faschistischer Syteme funktionierte – auch wenn vieles dem heutigen Betrachter höchst absurd vorkommt.

Heute abend stellt Johanna Diehl ihr bereits mit dem Deutschen Fotobuchpreis ausgezeichnetes Buch »Borgo Romanità Alleanza« in Stuttgart in der THTR RMPE vor. Und sie spricht über ihre neuestes Projekt »Eurotopians«, in dem es um visiönäre europäische Bauten vor allem der sechziger Jahre geht. Auch wenn es um eine andere Zeit und andere Visionen geht: Das Grundthema, nämlich die greifbaren Überreste von Utopien, bleibt dasselbe.

 

 

Johanna Diehl: Borgo Romanità Alleanza

Texte von Falk Haberkorn, Christin Müller, Miriam Paeslack

Gestaltung von Wiebke Rosin

Deutsch, Englisch

2014. 160 Seiten, 71 Abb.

24,00 x 31,90 cm, gebunden

ISBN 978-3-7757-3879-8

Hatje Cantz Verlag

 

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